„D-Zug“ nimmt Fahrt auf

Hinten die kleinen Waggons, vorne die mächtige Lokomotive: Bei der Fassadengestaltung am Haus Werdohler Straße 6 wollen Joachim Effertz (links) und Jörg Hammerschmidt verdeutlichen, warum dieses Ensemble D-Zug heißt. -  Foto: Bender

Altena - An der Werdohler Straße liegen sozusagen die Wurzeln der Altenaer Baugesellschaft (ABG): Um 1870 baute sie jene Arbeiterhäuser, die heute Bestandteil eines im Volksmund D-Zug genannten Ensembles sind.

Die sieben noch vorhandenen Doppelhäuser stellen die Waggons des D-Zugs dar. Es folgen die etwas größere Metzgerei Hücking als Tender und schließlich als mächtige Lokomotive das Haus Werdohler Straße 6, das sich bis heute im Eigentum der Baugesellschaft befindet. Als jetzt ein neuer Außenanstrich anstand, beschlossen die Gremien der ABG, dabei die Sache mit dem D-Zug aufzugreifen.

Ein klassischer Fall für Peter Zoernack – der Farbdesigner aus Dassel in Niedersachsen hat schon mehrfach mit der ABG zusammengearbeitet. Nachdem die Fassade in den vergangenen Wochen gestrichen wurde, trägt Zoernacks Mitarbeiter Andre Höllermann jetzt stark stilisierte Elemente einer Dampflok auf – drei Räder, ein paar Rohre, die Andeutung einer Schubstange. Noch sieht man nur die ersten Ansätze und man muss schon genauer hinschauen, bis sich der Sinn erschließt.

Der umgangssprachliche Name für das gesamte Ensemble hingegen erklärt sich sofort. Bei der Realisierung der Idee sei es auch darum gegangen, diese Einheit zu betonen. Deshalb sei auch eng mit der Denkmalpflege zusammengearbeitet worden, berichten ABG-Vorstand Joachim Effertz und Architekt Jörg Hammerschmidt. Die Arbeiterhäuser sind nämlich geschützt, bei Anstrichen sind bestimmte Farbtöne vorgeschrieben. Sie finden sich jetzt am Haus Werdohler Straße wieder, werden dort aber noch durch ein kräftiges Rotbraun ergänzt. Der Kontakt zum Bauamt war noch aus einem zweiten Grund wichtig: Die Sanierung der Fassade wird aus Mitteln des Fassadenprogramms bezuschusst.

Für die Umsetzung des Vorhabens war übrigens Nachtarbeit erforderlich: Vergangene Woche bauten Zoernack-Mitarbeiter aus dem Lidl-Parkplatz einen Beamer auf, mit dessen Hilfe sie jene Motive auf die Hauswand projizierten, die Höllermann jetzt ausmalt.

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