Baugesellschaft ersteigert 150 Jahre altes Wertpapier

Historisches Dokument: "Actie No. 1" ist zurück in Altena

Das isst die  erste Aktie, die die Baugesellschaft je ausgegeben hat.

Altena - Wer erster Inhaber der „Actie No.1“ der Altenaer Baugesellschaft war, ist unbekannt. Fakt ist, dass sie irgendwann später an die Stadt ging. Dann war sie lange verschwunden. Jetzt ist das 150 Jahre alte Dokument auf verschlungenen Wegen zurückgekehrt.

Vor einigen Jahren erhielt der heutige ABG-Vorstand Joachim Effertz den Anruf eines Händlers, der ihm dieses Wertpapier anbot. „Der wollte aber richtig viel Geld dafür haben, das war mir zu teuer“, erinnert er sich.

Immerhin: Eine Kopie stellte „Papierania“ (so heißt das Unternehmen) der Baugesellschaft zur Verfügung. Sie wurde gerahmt und hängt im Treppenhaus – und dabei bleibt es auch, obwohl die ABG seit ein paar Tagen auch über das Original verfügt. „Diese Aktie bewahren wir aber im Tresor auf“, berichtet Effertz. Da ist sie nicht nur vor Dieben sicher, sondern auch vor Licht. Das, so hat sich Effertz von Fachleuten erklären lassen, schade solchen historischen Dokumenten ganz immens.

So kam Effertz an die Aktie

Effertz kam sozusagen im zweiten Anlauf an das Papier: „Im Sommer hat sich der Händler noch einmal bei mir gemeldet und mich darauf hingewiesen, dass sie jetzt versteigert wird“, berichtet der ABG-Chef. Tatsächlich tauchte die Aktie im Katalog einer Auktion auf, die am 15. September im Museum einer Druckerei in Monschau stattfand. „Äußerst dekorativ mit zwei allegorischen Abbildungen. Sieben Originalunterschriften“, heißt es in der Beschreibung, als Mindestgebot wurden 285 Euro aufgerufen. Darüber könne man reden, befand Effertz, der aber keine Zeit hatte, persönlich an der Auktion teilzunehmen.

Deshalb gab er für die ABG ein schriftliches Gebot ab, das „angemessen“ über dem Mindestgebot lag, wie er sagt. „Und dafür haben wir dann tatsächlich den Zuschlag bekommen“. Effertz findet seine Neuerwerbung vor allem deshalb erfreulich, weil man sich im Unternehmen auf ein Jubiläum vorbereitet. 2020 wird die ABG nämlich 150 Jahre alt. Damit ist sie das älteste noch existierende Wohnungsbauunternehmen in NRW und das fünftälteste in Deutschland.

Baugesellschaft 1870 gegründet

Ein Unternehmen mit langer Tradition also – sie wird bewahrt und behütet. In Effertz‘ Büro finden sich nicht nur alte, in Leder eingebundene Akten, sondern auch eine blecherne Aktienkiste, in der Blanko-Exemplare von Baugesellschaftsaktien aufbewahrt werden. 40 Prozent der Anteile an der Altenaer Baugesellschaft hält heute die Stadt, deshalb erhielt Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein auch eine Kopie der „Actie No. 1“. 60 Prozent gehören verschiedenen Altenaer Firmen.

Unternehmer waren es auch, die die Baugesellschaft 1870 gründeten, um der damals herrschenden Wohnungsnot etwas entgegenzusetzen. Ihre ersten Häuser baute die ABG an der Werdohler Straße.

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