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Bauarbeiten an B236: Alles noch schlimmer als erwartet

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Von: Thomas Bender

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Die Baustelle am Obergraben bleibt den Autofahrern noch eine ganze Weile erhalten. Auf einer Länge von 300 Metern muss eine neue Stützmauer errichtet werden.
Die Baustelle am Obergraben bleibt den Autofahrern noch eine ganze Weile erhalten. Auf einer Länge von 300 Metern muss eine neue Stützmauer errichtet werden. © Bender, Thomas

Die B236 war in Altena durch die Flut Mitte Juli gesperrt. Straßen.NRW hat nun bekannt gegeben, dass die Schäden größer sind, als bisher angenommen.

Altena – Der Landesbetrieb Straßen.NRW hat umfangreiche Arbeiten an der Böschung zwischen der B236 und dem Obergraben zum Wasserkraftwerk Schwarzenstein ausgeschrieben. Dort habe sich herausgestellt, dass alte Stützwände nicht mehr standsicher seien und erneuert werden müssten, berichtet Andreas Berg, Pressesprecher der Straßen.NRW-Niederlassung in Hagen.

Rückblick: Auch im Bereich Buchholz richtete das Hochwasser verheerende Schäden an – kein Wunder: Dietmar Flusche, der dort eine private Wetterstation betreibt, registrierte in diesem Teil der Stadt 200 Liter Niederschlag binnen 24 Stunden Das ist eine unvorstellbare Menge, die mehrere kleine Siepen zu reißenden Gebirgsbächen werden ließ, die an mehreren Stellen erhebliche Schäden an der Bundesstraße anrichteten. In Höhe der ehemaligen Gaststätte Otlinghaus lag meterhoch Schotter auf der Fahrbahn, an anderen Stellen wurden Böschungen weggerissen – so auch zwischen der Bundesstraße und dem Obergraben. Folge: Nach dem 14. Juli musste die B236 zunächst einmal voll gesperrt werden.

Bauarbeiten an B236: Alles noch schlimmer als erwartet

Das blieb sie bis kurz vor Weihnachten – so lange dauerte es, die schlimmsten Schadstellen soweit zu sichern, dass Teilstücke einer in der Straße liegenden Ferngasleitung erneuert werden konnten, die durch das Hochwasser beschädigt worden war. Als das erledigt war, konnte der Verkehr wenigstens einspurig wieder fließen. Seitdem besteht deshalb eine Ampelregelung.

Die Hoffnung, dass es ausreichen würde, wenn die beiden schlimmsten Schadstellen mit „Betonlegosteinen“ abgestützt würden, hätte sich zerschlagen, nachdem zwischen der Straße und dem deutlich tiefer liegenden Obergraben eine Reihe von Bäumen gefällt wurden, erklärt Berg: „Es hat sich herausgestellt, dass die vorhandene Stützmauer nicht mehr standfest ist und auf einer Länge von etwa 300 Metern komplett erneuert werden muss“, erklärt Berg. Das erkläre auch, warum in den letzten Wochen auf der Baustelle kaum Bewegung zu verzeichnen war: So eine Maßnahme müsse natürlich von Fachleuten geplant und dann ausgeschrieben werden. Das ist inzwischen erfolgt. Erst wenn die Angebote vorlägen, könne Straßen.NRW etwas zu den Kosten sagen, meinte der Straßen.NRW-Sprecher. Zahlen muss der Bund. Berg geht von einem Baubeginn im Sommer aus, die Bauzeit dürfte etwa ein Jahr betragen.

 Bauarbeiten an B236: Turbinen vom Wasserkraftwerk Schwarzenstein stehen weiter still

Das nervt nicht nur die Autofahrer auf der B236: Während der Baumaßnahme muss der Obergraben wieder komplett trockengelegt werden – ein großer Verlust für das Wasserkraftwerk Schwarzenstein. Seit über 100 Jahren wird dort Strom erzeugt – einst für das VDM-Werk, jetzt für jedermann, weil der Strom in das Netz der Enervie eingespeist wird. Seit einer Sanierung vor über zehn Jahren gilt die Anlage als effektivste an der gesamten Lenne. Wenn alle Turbinen Volllast laufen, dann erzeugt das Kraftwerk 600 bis 700 Kilowatt Strom. Dazu muss der Wasserstand der Lenne aber schon bei etwa einem Meter liegen. Im Schnitt liegt die Leistung bei etwa 250 Kilowatt, sodass die Anlage jährlich rund zwei Millionen Kilowattstunden liefert und dem Besitzer Einnahmen in sechsstelliger Höhe beschert – im Normalfall jedenfalls.

Seit Juli läuft kein Tropfen Wasser mehr durch die beiden Turbinen am Ende des Obergrabens. Monatelang war das Wehr ganz abgelassen. Das ist seit kurzem vorbei, sodass zumindest mit einer sogenannten Schnecke neben der Fischtreppe wieder Strom erzeugt werden kann. Sie schafft etwa 20 Kilowatt, was für etwa 25 Haushalte reicht.

Die B236 musste zeitweise voll gesperrt werden; das spürten auch die Anwohner.

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