Barrierefreiheit auf der Burg stößt an Grenzen

Burg Altena ist eine auf dem Klusenberg errichtete Festung - deshalb stößt Barrierefreiheit an ihre natürlichen Grenzen.

ALTENA - Besserer Zugang für ältere und behinderte Menschen – auch das ist Zweck des Burgaufzugs. Nur: Wenn die die Aufzugskabine verlassen, warten viele Hürden. Deshalb fragte die Kreis-UWG schon im vergangenen Jahr an, ob und wie die Barrierefreiheit der Festungsanlage verbessert werden kann.

Jetzt liegt die Antwort der Kreisverwaltung vor – sie lässt sich kurz und knapp zusammenfassen: Auf der Burg kann nichts getan werden, um Menschen mit beschränkter Mobilität das Leben leichter zu machen.

Begründet wird das zum einen mit den baulichen Gegebenheiten – der ursprüngliche Sinn einer Burg sei es schließlich, den Zugang möglichst schwierig zu gestalten. Zum anderen bremse der Denkmalschutz jeden Versuch aus, Behinderten das Leben zu erleichtern, schreibt der für die Burg zuständige Fachdienst des Kreises.

Das fängt schon mit dem Pflaster des Burghofes an, das nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch Frauen mit hohen Absätzen vor echte Herausforderungen stellt. Es sei nicht möglich, wenigstens einen schmalen Geh- oder Fahrstreifen mit etwas weniger rustikalem Pflaster herzustellen, schreibt die Kreisverwaltung. Denn: „Da die Neuverlegung des Kopfsteinpflasters mit Fördermitteln verschiedener Institutionen gefördert wurde, würde eine Veränderung Rückzahlungsverpflichtungen auslösen.“ Auch einen von der UWG angesprochenen barrierefreien oder -armen Zugang zum Burgrestaurant oder zum Museumsschop kann sich die Kreisverwaltung nicht vorstellen.

Da bleibt den Betroffenen nur ein Trost: Nach der Renovierung Anfang diesen Jahres sind als einziges Bauteil der gesamten Burganlage wenigstens die Toilettenanlagen barrierefrei.

Weitaus besser sieht die Situation im ebenfalls vom Kreis betriebenen Drahtmuseum aus. Zwar gibt es auch dort viele Treppen, für deren Bewältigung aber Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Über die Außentreppe hilft behinderten Besuchern eine Treppenraupe, im Inneren sorgt ein Aufzug dafür, dass niemand Treppen steigen muss.

von Thomas Bender

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