Zwei Großbanken verlassen Altena

Bankenviertel verschwindet: Sparkasse denkt über Immobilien-Verkauf nach

Die Zweigstelle der Sparkasse an der Kirchstraße in Altena ist bereits geschlossen. Nun soll auch der Geldautomat abgebaut werden.
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Die Zweigstelle der Sparkasse an der Kirchstraße in Altena ist bereits geschlossen. Nun soll auch der Geldautomat abgebaut werden.

Zwei Großbanken ziehen sich völlig zurück, auch die Sparkasse will einen Geldautomaten in Altena abbauen. Und die Pläne reichen noch weiter.

Altena – Es ist eine Geschichte des Rückzugs: In einem Antrag an den Rat hat sich Oliver Held dafür eingesetzt, den Rückzug der Vereinigten Sparkasse an der Kirchstraße zu stoppen, nachdem Commerzbank und auch Deutsche Bank das Aus ihrer Standorte inklusive SB-Bereiche aus Altena angekündigt hatten – beziehungsweise bereits vollzogen haben. Die Deutsche Bank hat ihre Filiale geschlossen.

Zumindest den letzten Teil des Sparkassen-Rückzugs wollte Oliver Held mit seinem Antrag aufhalten. Denn bereits zum Jahresende 2020 hatte die Sparkasse das Ende der Filiale an der Kirchstraße verkündet. Zumindest der Bankautomat aber blieb den Kunden – zunächst – erhalten.

Alter Geldautomat: Kein technischer Support mehr

Er war übrigens der Allererste überhaupt, der in Altena aufgestellt worden war. Als die Schließung der Filiale publik wurde, hieß es zunächst, der Automat solle bleiben. Ende September dann die Nachricht, dass der Automat bis „Mitte Oktober“ außer Dienst gestellt wird.

Das hatte wohl auch etwas damit zu, dass er eben der erste Automat in der Burgstadt war. „Das Gerät war sehr alt“, sagt Sparkassen-Sprecher Tomislav Majic auf Nachfrage zur Begründung. Der technische Dienstleister, der die Automaten der Sparkasse betreut, habe angekündigt, den Support für diese Geräteklasse einzustellen. Es handelt sich um einen reinen Auszahlautomaten.

Sprkasse: „Dichtestes Automatennetz in Altena“

Einen Ersatz plant die Bank dort aber nicht. Majic betont: „Wir haben das dichteste Automatennetz in Altena. Wir sind super aufgestellt.“ Neben den personalbesetzten Niederlassungen in der Hauptstelle am Markaner, in Dahle und Nachrodt gebe es Automaten in Wiblingwerde, an der Hagener Straße und an der Rahmedestraße.

Das Ansinnen der Grünen zum Erhalt der Präsenz der Sparkasse an der Kirchstraße habe Dringlichkeit, argumentierte Oliver Held in seinem Antrag. Im ursprünglich Wortlaut hatte es geheißen: „Der Rat beauftragt den Bürgermeister, bei der Sparkasse ein Moratorium für den Abbau des Geldautomatens in der Kirchstraße zu erreichen.“ Ein Moratorium wird definiert als vertraglich vereinbarter Aufschub.

Grüne: Kommunale Bank soll Präsenz zeigen

Die Grünen willigten ein, auf diese Vokabel zu verzichten. Es handele sich um „einen Auftrag, über das Thema zu reden“. So wurde der Antrag einstimmig angenommen. Als kommunales Geldinstitut soll die Sparkasse weiter Präsenz zeigen. Das werde sich mittel- und langfristig auch wirtschaftlich auszahlen, so Oliver Held. Der Weggang der privaten Bankhäuser Deutsche Bank und Commerzbank sei bereits „ein herber Rückschlag für unsere Stadt“. Das habe deutliche Auswirkungen auf die Situation an der Kirchstraße.

Wenn es der Sparkasse dort nicht möglich sein sollte, einen Automaten zu erhalten, soll die Stadt bei der Suche nach einem Alternativstandort behilflich sein. Denn es gibt Überlegungen bei der Sparkasse, sich von der Immobilie zu trennen. Das bestätigt Majic. „Wir denken darüber nach. Eine Entscheidung steht aber noch aus.“

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