Bahnhofstraße ist streckenweise Schandfleck

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Hinterhof - Aber Idyllen sehen anders aus.

ALTENA - Bahnhofstraße – das war früher eine der besseren Adressen in der Stadt. Inzwischen kommt sie auf den Hund, zumindestens in Teilen.

Vorne, also rund ums Café Merz, ist die Welt noch in Ordnung, vor allem nach der Sanierung des Hauses Bahnhofstraße 13. Auch hinten, wo die Johanniter und die Bäckerei Beul zu finden sind, kann sich die Bahnhofstraße sehen lassen. Dazwischen allerdings herrscht über weite Strecken der Verfall - wobei auffällt, dass er tendenziell zur Mitte hin zunimmt und sich das Zentrum der Scheußlichkeit ziemlich genau gegenüber der Aldi-Filiale befindet.

Ein schlechtes Umfeld? So ganz will Friedhelm Kraus diesen Einwand nicht gelten lassen. Er ist seit vielen Jahren Miteigentümer mehrerer Häuser gegenüber des Getränkemarktes („die sind alle in Ordnung“) und kennt das Umfeld deshalb gut. „Vieles ist besser geworden“, lautet die Bilanz des Immobilienfachmanns.

Dass der zuletzt baufällige Güterbahnhof dem Aldi und dem Getränkemarkt weichen musste, ist nach Kraus‘ Ansicht ein Gewinn – Einkaufsmöglichkeiten in fußläufiger Entfernung seien vielen Mietern wichtig. Der in den 90-er Jahren erfolgten Ausbau der Straße, bei dem auch Bäume angepflanzt wurden, habe die Optik ebenfalls verbessert. Für die Bahnhofstraße spreche außerdem die gute Anbindung an den ÖPNV.

Bleiben Schattenseiten wie zum Beispiel das ehemalige Casablanca: Dort sind die Fenster zerbrochen, die Tür ist verrammelt. Zwei Häuser weiter kündet ein Schild davon, dass eine andere Immobilie zum Verkauf steht. Abgeplatzte Fliesen an der Außentreppe und völlig verbeulte Briefkästen machen indes einen eher abschreckenden Eindruck, ins einst gewerblich genutzte Hinterhaus regnet es seit Jahren rein. Ganz zu schweigen vom Unkraut, das mancherorts meterhoch aus dem Gehwegpflaster wuchert und dem Müll, der vor allem die kleinen, von der Straße aus zu erreichenden Hinterhöfe prägt.

Machen kann man nichts gegen den unschönen Zustand – jede Hausbesitzer steht es offen, seine Immobilie vergammeln zu lassen. Die Stadt hat erst dann eine Handhabe, wenn eine Gefahr für Dritte droht, etwa durch den Gehweg stürzende Gebäudeteile.

Trotzdem meint auch Kraus, dass eine Änderung des Zustandes wünschenswert wäre. Noch gibt es in seinen Häusern keine Leerstände, weil die Mieter meist seit vielen Jahren dort leben. Werde eine Wohnung frei, könnte das schwierig werden. Kraus: „Potenzielle Mieter schauen sich die Umgebung meistens sehr gena an.“

von Thomas Bender

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