Bahnhofs-Umbau: Jugend bringt sich aktiv mit ein

Historische Züge sind auf jedem Bahnhof Hingucker – manchmal passieren sie auch Altena. Hier tut sich bald Konkretes in der Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes.

ALTENA - Vom zögerlichen Vorgehen der Bahn bei der Sanierung des Bahnsteigs und dem Neubau der Unterführung lässt sich die Stadt nicht beirren – „weiter wie bisher“ lautet die Devise, wenn es um die Umgestaltung der 2009 erworbenen Bahnflächen geht. Sie sollen bekanntlich so umgebaut werden, dass sie zu Spiel- und Erholungszwecken genutzt werden können.

Dass an den entsprechenden Planungen auch Jugendliche beteiligt werden würden, hatte die Stadt im Vorfeld versprochen. Jetzt machte sie Nägel mit Köpfen: Schüler aller weiterführenden Schulen trafen sich zu einem Workshop, der von Fachleuten der Uni Münster begleitet wurde.

Möglich machte das die NRW-Bank, die die Stadt im Rahmen eines Ideenwettbewerbs auszeichnete und in diesem Zusammenhang ein „Ideen-Mining“ sponserte. Darunter versteht man ein von Münsteraner Wissenschaftlern entwickeltes Verfahren zur kreativen Ideenfindung. Es wird seit 2003 eingesetzt und von professionellen Moderatoren begleitet.

Mit diesen Fachleuten also diskutierten die Schüler von Gymnasium, Real- und Hauptschule. „Es ist erstaunlich, was da alles an Ideen gekommen ist“, sagte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein im Rückblick auf diesen Termin. Die Jugendlichen hätten nicht nur sich selbst und ihre Bedürfnisse im Fokus gehabt, sondern durchaus auch an ältere Altenaer gedacht. Sie hätten auch die spezifischen Eigenschaften der Fläche bedacht und deshalb unter anderem angeregt, Aktionen und Aktivitäten zum Thema Wasser zu planen.

„Dass man da natürlich auch ein Mehrzweckspielfeld macht, liegt auf der Hand“, sagte Hollstein mit Hinweis darauf, dass derlei im Innenstadtbereich fehlt.

Die von den jungen Menschen entwickelten Vorstellungen wurden von den Moderatoren dokumentiert. Sie sollen jetzt aufbereitet werden und den Planern , die für die endgültige Gestaltung der Fläche verantwortlich zeichnen, an die Hand gegeben werden.

Bis auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs tatsächlich gebaut werden kann, werden sicher noch zwei Jahre ins Land ziehen. Schließlich muss zunächst die Erschließung gewährleistet sein – zum einen durch den Bau einer neuen Brücke, zum anderen durch eine Zufahrt über den jetzt als Schrottplatz genutzten Bereich. Der Wettbewerb für den Brückenneubau werde bald von dem damit beauftragten Büro ausgeschrieben, kündigte Hollstein am Mittwoch auf Anfrage an – für Anfang kommenden Jahres peile die Verwaltung dann den Baubeginn an. Der Fußgängerübergang soll den Markaner mit dem bisher nicht zugänglichen Gelände zwischen der Lenne und den Bahngleisen verbinden.

Auch mit Horst Nimmermann sei inzwischen Kontakt aufgenommen worden, berichtete der Bürgermeister am Mittwoch. Der Betreiber des Schrottplatzes muss mit ins Boot, weil zumindest Teile seines Betriebes den städtischen Planungen im Weg stehen. Als „sehr offen“ beschrieb Hollstein die ersten Gespräche mit dem Geschäftsmann.

von Thomas Bender

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