Bahnhof steht still: Lkw beschädigt Oberleitungen

Ein rangierender Lkw beschädigte die Halterungen der Oberleitungen am Bahnhof. Nichts ging mehr. Sie mussten mit Stäben notgeerdet werden.

ALTENA Bei Rangierarbeiten in der Nähe des Gleiskörpers am Bahnhof Altena beschädigte am Donnerstag gegen 15.18 Uhr ein Bauarbeiter mit seinem Lkw die Verankerung der elektrische Oberleitungen für die Züge.

Der Zug-Verkehr wurde sofort eingestellt, etwa 50 Reisende saßen für mehr als eine Stunde in den Abellio-Waggons fest und durften sie erst nach einer Erdung durch Fachkräfte der Bahn verlassen. Sie waren auf dem Weg von Letmathe nach Siegen. Die Bahn organisierte umgehend einen so genannten Schienenersatz-Verkehr, der die Reisenden per Bus nach Werdohl brachte. Hauptkommissar Ingo Franz von der Bundespolizei aus Hagen war die Ruhe selbst. Mit mehreren Kollegen, verstärkt durch Beamte der Altenaer Wache, gab er Donnerstag gegen 18 Uhr geduldig wieder und wieder die gleiche Auskunft. „Ja, Sie können gleich mit dem Bus weiterfahren. So ein Unfall kann immer mal passieren. Bitte haben Sie doch etwas Verständnis.“

Hatte man zunächst angenommen, die elektrischen Oberleitungen seien bei dem Lkw-Unfall abgerissen worden, bestätigte sich das beim genaueren Hingucken nicht. „Lediglich die Halterungen sind herausgerissen worden“, so Franz. Eine Gefährdung für die Frauen, Männer und Kinder, die teils mit schwerem Gepäck Richtung Siegen unterwegs waren, „bestand zu keinem Zeitpunkt.“

Die Bahn organisierte einen Schienenersatzverkehr mit Bussen, der aber nicht bei allen Betroffenen auf Wohlwollen stieß. „Jetzt haben wir gleich 18.15 Uhr. Wir warten und warten. Die Fahrzeuge, die bis jetzt ankamen, waren bereits übervoll, wir konnten gar nicht erst einsteigen“, beschwerte sich eine Reisende aus Bayern. Für sie sollte es der erste Ausflug „durchs Sauerland“ und ins Siegerland sein. „Na ja, muss man halt so nehmen, wie es ist“, nahm sie den Zwischenfall dennoch mit Humor.

Der Abellio-Triebwagen ET 230087 stand auch Stunden nach dem Unfall, bei dem Franz in einer ersten Einschätzung von Fahrlässigkeit bei der Verursachung ausging, noch still auf den Gleisen. „Ich rechne damit, dass die Strecke erst am späten Donnerstag Abend wieder freigegeben werden kann“, prognostizierte der Beamte.

Die Busse, die dann doch ein Zusteigen und Weiterfahren ermöglichten, brachten die in Altena gestrandeten Reisenden zum Bahnhof nach Werdohl. Hier hatten sie dann wieder regulären Anschluss. „Ich hätte so gerne unsere Frauen-Fußball-Mannschaft siegen gesehen“, sagte ein Reisender mit einem breiten Grinsen. „Jetzt muss ich es wohl eher nachlesen oder mir eine Aufzeichnung ansehen.“

von Johannes Bonnekoh

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