Gleisarbeiten in der Nacht

Bahn-Baustelle: Großprojekt in Altena angelaufen

Nachts auf der Baustelle am Bahnhof Altena: Das Gleis ist während der Arbeiten gesperrt.
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Nachts auf der Baustelle: Das Gleis ist während der Arbeiten gesperrt.

Reger Betrieb herrscht nachts an den Bahngleisen in Altena. Dort ist ein Großprojekt angelaufen.

Altena – Seit mehr als einer Woche herrscht nachts an den Bahngleisen reger Betrieb. Anwohnern dürfte die Geräuschkulisse aufgefallen sein. Im Zeitraum zwischen 21 und 5 Uhr finden im Bereich zwischen dem Bahnhof und der Einfahrt in den Hünengraben-Tunnel Arbeiten statt.

Die Deutsche Bahn (DB) hat mit den ersten Vorarbeiten begonnen, um auf rund 35 Kilometern zwischen 30 und 50 Jahre alte, bestehende Stellwerke an der Ruhr-Sieg-Strecke durch moderne Stellwerkstechnik auf rund 35 Kilometern zu ersetzen.

Neues Stellwerk entsteht

In Altena laufen die Arbeiten seit dem 18. April, teilt ein Sprecher der Deutschen Bahn mit. Wann sie abgeschlossen sein werden, sagt er nicht. „Es handelt sich hierbei um Kabeltiefbauarbeiten.“ Kabelschächte, Kabeltröge und Signalfundamente würden derzeit erneuert. Diese Arbeiten werden von der DB nachts durchgeführt.

Neben der Erneuerung der Signaltechnik soll an der Bahnhofstraße zudem ein kleines Gebäude entstehen, in dem das neue Stellwerk unterkommt. Mit der Anlage werden die Weichen und Signale im Bahnverkehr gestellt; allerdings nicht von Altena, sondern von Finnentrop aus.

500 Millionen Euro für Schienennetz

Die Umrüstung in Altena ist Teil „des Projekts zur Erweiterung und Modernisierung des elektronischen Stellwerks Finnentrop“, ordnet der Bahnsprecher ein. Dieses Projekt wiederum ist eines von insgesamt sieben Projekten des sogenannten Schnellläuferprogramms. Der Bund stellt für das Programm insgesamt 500 Millionen Euro zur Verfügung, die die Bahn nach eigenen Angaben in das Schienennetz investiert.

Ab Sommer 2022 soll die Steuerung des gesamten Streckenabschnitts der Ruhr-Sieg-Strecke von Letmathe bis Kreuztal (Kreis Siegen-Wittgenstein) aus dem bereits bestehenden elektronischen Stellwerk Finnentrop erfolgen, das technisch aufgerüstet wird. „Die moderne Signal- und Stellwerkstechnik macht das Schienennetz zuverlässiger“, erklärt die DB. „Sie ermöglicht unter anderem eine bessere Disposition der Züge durch die durchgängige Bedienung aus dem elektronischen Stellwerk in Finnentrop sowie weniger Instandhaltungsaufwand.“

Zentrales Stellwerk ab Sommer 2022 in Betrieb

Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Bahn auf rund 35 Kilometern Kabelarbeiten durchführen lassen. „235 Signale und 73 Weichen werden erneuert. Neun neue Signalausleger werden aufgestellt. Hinzu werden vier Bahnübergänge erneuert beziehungsweise ersetzt und elf angepasst an die neue Technik“, beschreibt der Bahnsprecher den Umfang der Maßnahme.

Die Arbeiten für den Neubau des Stellwerks in Altena finden derzeit auf dem Streckenabschnitt zwischen Letmathe, Nachrodt, Altena und Werdohl statt. Das neue Bauwerk, in dem später die Steuerungstechnik für den genannten Bereich der Ruhr-Sieg-Strecke untergebracht wird, entsteht an der Bahnhofstraße. Ab Sommer 2022 soll es Teil des zentralen elektronischen Stellwerks in Finnentrop sein.

Vom Haltepunkt zum echten Bahnhof: Vorbereitung für „Upgrade“ laufen

Neben der signaltechnischen Erneuerung in Altena finden zudem auch vorbereitende Arbeiten statt, damit die Burgstadt ab 2023 wieder einen vollwertigen Bahnhof hat. Derzeit handelt sich lediglich um einen Haltepunkt.

Der Unterschied dabei liegt in erster Linie auf der Schiene. Während bei einem Haltepunkt die Gleise gerade verlaufen, besitzt ein Bahnhof Weichen an der Ein- und Ausfahrt, sodass „Züge auch kreuzen und wenden, starten und enden können“, erklärt die DB. In Altena „müssen hierfür vier Weichen eingebaut werden“.

IC fährt ab Dezember 2021 durchs Lennetal

Die Bahn will so dafür sorgen, dass die Ruhr-Sieg-Strecke besser ausgelastet werden kann. Es sollen rund 2,4 Millionen Euro in die Erweiterung des Bahnhofs fließen. „So kann zum Beispiel auch mal ein schnellerer Zug durchgelassen werden“, sagt der Bahn-Sprecher.

Schließlich wird ab Ende 2021 der Intercity 34 (IC) zwischen Frankfurt am Main und Dortmund/Münster beziehungsweise Norddeich-Mole durchs Lennetal fahren. „Durch das Upgrade zum Bahnhof ändert sich nichts an dem, was der Reisende am Bahnsteig erlebt“, sagt der Bahnsprecher.

Züge halten auf anderen Gleisen

Für die weiteren Bauarbeiten sind umfangreichen Sperrungen geplant, teilt die Bahn mit. Um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, würden die künftigen Bauarbeiten nicht nur tagsüber, sondern auch nachts durchgeführt. Wann genau der Schienenverkehr beeinträchtigt sein wird, ist nicht bekannt.

Am Bahnhof hing bislang ein Hinweis, dass einige Züge von einem anderen Gleis abfahren. Die Regionalbahn 91 in Richtung Hagen Hauptbahnhof fährt abends zum Beispiel noch bis zum 6. Mai von Gleis 1 statt von Gleis 2. Normalerweise halten an Gleis 1 nur die Züge in die entgegengesetzte Richtung nach Siegen.

Entgegen vorheriger Aussagen stellte die Deutsche Bahn nun klar, dass die derzeitigen Arbeiten noch in keinem Zusammenhang mit der Errichtung der neuen Lärmschutzwand stehen. „Die ersten Arbeiten der Lärmschutzmaßnahme finden erst anschließend statt“, so der Bahnsprecher.

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