Am Unteren Ardeyweg

Etliche Schäden: Eschen versetzen Anwohner in Angst

Schäden durch Bäume am Unteren Ardeyeg in Altena
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Schäden durch Bäume am Unteren Ardeyeg in Altena: Äste haben das Auto 2018 massiv demoliert.

Anwohner des Unteren Ardeywegs in Altena fürchten um ihr Hab und Gut – und um ihre eigene Gesundheit. Es gab Verletzungen und erhebliche Schäden. Der Grund sind 15 bis 20 Meter hohe Eschen.

Altena – Die beiden Anwohner Alexander Tissen und Alexander Lach erinnern sich noch lebhaft an den Sturm Friederike am 18. Januar 2018. Alexander Lach war gerade auf der Straße bei seinem Mülleimer, als er das Knacken eines abbrechenden Astes hörte und geistesgegenwärtig loslief. So kam er mit einer kleinen Platzwunde am Kopf davon, als ihn der Ast traf.

Dieser zertrümmerte das Heck von Alexander Tissens Auto und fiel quer über die Straße. Die Krone landete in seinem Vorgarten. Seine eigene Hausversicherung zahlte 800 Euro, weil der zerstörte Zaun zu seinem Grundstück gehörte.

Appell ans Ordnungsamt: „Wir brauchen Hilfe.“

Der Kostenvoranschlag für die Reparatur des Autos von Tissen listete Kosten von knapp 4000 Euro auf. Der Besitzer schickte ein Foto von Baum und Trümmern ans Altenaer Ordnungsamt – mit einem eindringlichen Appell: „Wir brauchen Hilfe.“ Geholfen habe das wenig, sagt der Rahmeder. „Hunderte Telefonnummern habe ich angerufen und nichts ist passiert.“

Auch 30 Briefe, die Alexander Tissen seit Januar 2018 geschrieben hat, hätten nichts geändert. Daraufhin schaltete er einen Anwalt ein. Einige 100 Euro steckte er in die Beratung. Auch auf den Reparaturkosten für sein Auto blieb er sitzen.

Problem schon seit mehr als zehn Jahren

Einige Bäume seien mittlerweile zurückgeschnitten und einige gefällt worden, erzählen die Anwohner. Gebannt ist die Gefahr aus ihrer Sicht jedoch nicht. Die verbliebenen und altersschwachen Eschen mit vielen trockenen Ästen stellten immer noch ein erhebliches Risiko dar. Das Problem sei schon vor zehn bis 15 Jahren erstmals aufgetaucht, erinnern sich die beiden.

Schäden durch Bäume am Unteren Ardeyeg in Altena: die Anwohner Alexander Tissen (l.) und Alexander Lach haben Angst.

2009 trafen Eicheln aus großer Höhe einen Neuwagen, der unter einer Eiche geparkt worden war. „Das Auto war wie von Hagel zerbeult.“ Beim Ortstermin unter den Bäumen kommt eine Nachbarin vorbei: Ihr Mercedes kam nach Kontakt mit einem Ast mit einem Blechschaden von etwa 400 Euro davon.

Äste reichen bis auf viel befahrene Rahmedestraße

Die Anwohner empfinden die Situation mittlerweile als eine Art russisches Roulette: „Von welchem Baum auf welches Auto der nächste Ast fällt, weiß man nicht“, sagt Alexander Tissen und zeigt den jüngsten Schaden: Ein dicker Ast hat Anfang Februar die Plane seines Anhängers durchschlagen.

„Ab und zu fallen kleine und größere Äste runter“, erklärt er. „Kleinere Beulen rechnen wir schon gar nicht mehr.“ Leider gebe es keine Rechtsgrundlage, um die Bäume schlicht und einfach zu fällen: „Ich habe eine Kettensäge.“ Ein Risiko stellen die Bäume nicht nur für die Anwohner des Unteren Ardeywegs dar: Einige große Äste der Eschen reichen bis über die Fahrbahnmitte der Rahmedestraße.

Hang mit Bäumen „herrenlos“

Gegenüber des lang gestreckten Hanggrundstücks ist der Sitz der Firma Mayweg. Die Verantwortlichen betonten, dass sich die Eschen nicht in ihrem Eigentum befanden. Diese Auskunft passte nicht zum Eintrag im Flurregister des Amtsgerichts. Dort stand die Firma als Eigentümer notiert. Nach der Mayweg-Übernahme durch ein Unternehmen in Wickede versicherten die neuen Eigentümer, dass sie das Grundstück mit den hohen Bäumen nicht übernommen hätten.

Schäden durch Bäume am Unteren Ardeyeg in Altena: Ein Ast hat den Anhänger von Alexander Tissen durchbohrt..

Im Grundbuch ist für die 820 Quadratmeter große Fläche der Status „herrenlos“ vermerkt, wie Klaus-Peter Trappe, zuständig für Gebäudemanagement bei der Stadt, recherchiert. Ihm war „der Fall bislang nicht bekannt“. Doch die Stadt werde sich der Sache nun annehmen „Es kann ja nicht sein, dass Gefahr besteht und Schäden entstehen. Dann muss jemand tätig werden“, sagt Trappe. Die Stadt will durch Baumexperten prüfen lassen, „ob dort eine Gefahr von den Bäumen ausgeht“.

Stadt will eingreifen

Bei Grundstücken ohne Eigentümer sorgt die Stadt für die Verkehrssicherung – und lässt sich die Kosten für diese Arbeiten vom Eigentümer erstatten – wenn denn einer ausfindig gemacht wird. So einfach ist das nämlich nicht. Der Käufer kann bei der Übernahme einer Immobilie oder Firma – wie im Fall Mayweg – darauf verzichten, Grundstücke zu übernehmen.

Dann könnte das Land die Fläche kaufen, muss das aber nicht, erläutert der Gebäudemanagement-Fachmann. Auch wenn das Land selbst nicht zuschlägt, versucht es dann, einen neuen Eigentümer zu finden. Die Stadt erhält eine Kaufoption, muss ein solches Areal aber nicht kaufen. Das Hang-Grundstück gehört nicht der Stadt, betont Trappe. Doch die Sorgen der Anwohner nehme sie sehr ernst.

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