Baden in der Lenne ist nicht verboten

Wassersportler können aufatmen: Ein Schluck Lennewasser ist so gut wie völlig harmlos.

von Thomas Bender - ALTENA - Schuld ist wieder einmal die EU – die regelt alles, selbst das Baden. Eine entsprechende Richtlinie schreibt vor, dass an Badeplätzen natürlicher Gewässer in jeder Badesaison vier Gewässerproben entnommen und analysiert werden müssen. Das ist mit einigem Aufwand verbunden, weshalb der Ruhrverband sich bei der Probenentnahme auf seine Talsperren mit ihren Strandbädern beschränkt. Für Ruhr und Lenne ist eine solche Überwachung nicht vorgesehen – das sei einer der Gründe dafür, dass der Ruhrverband vom Baden in diesen Gewässern abrate, erklärte gestern Britta Balt von der Pressestelle des Verbandes.

Entsprechende Medienberichte hatten vor einigen Wochen bei manchen Altenaern für Verwunderung gesorgt – schließlich rühmt sich der Ruhrverband auch, dass dank er millionenschweren Investitionen in die Kläranlagen der Zustand der Flüsse immer besser wird. Amtlich festgestellt wurde das zuletzt bei den Untersuchungen für die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Danach ist die Lenne im Stadtgebiet von Altena „mäßig belastet“.

Über ganz praktische Erfahrungen mit der Qualität des Lennewassers verfügt der Altenaer Canu-Verein: Natürlich sei es bei den Temperaturen der letzten Wochen üblich, dass Kinder und Jugendliche nach dem Training in e Lenne springen, berichten dessen Übungsleiter: „Und da ist noch etwas passiert“ – auch dann nicht, wenn Kanuten beim regelmäßigen Training im Hohenlimburger Wildwasserpark nach einer Kenterung mal unfreiwillig den ein oder anderen Schluck Lennewasser genommen hätten.

Daran hat Britta Balt keinen Zweifel. Sie betont, dass sich die Empfehlungen des Ruhrverbandes auf das reine Baden beschränken, die Ausübung von Wassersportarten sei davon nicht betroffen – auch dann nicht, wenn man dabei mal baden gehe. Sie gehe davon aus, dass der Kontakt mit dem Lennewasser allenfalls Personen mit einem ohne geschwächten Immunsystem Beeinträchtigungen zufügen könnten, sagte sie mit Hinweis auf Colibakterien, für die es für die „amtlichen“ Badegewässer Grenzwerte gibt, aber nicht für die Lenne. Diese Bakterien können über die Abläufe der Kläranlagen oder nach sehr starken Regenfällen auch über die Kanalisation in den Fluss gelangen.

„Verboten ist das Baden in der Lenne nicht. Das könnten wir gar nicht“, stellt die Ruhrverbands-Sprecherin klar. Das wäre nämlich Sache der Stadt – und die sehe für eine entsprechende Verordnung überhaupt keinen Grund, erklärte gestern Klaus-Peter Trappe vom Ordnungsamt, der das Thema „Baden in der Lenne“ im Moment aus einem ganz anderen Grund auf dem Tisch hat: Am Winkelsen wird bis spätabends im Fluss geschwommen, die Anlieger beschweren sich über damit verbundenen Lärm.

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