Wegen des Ladenetzes

E-Autos: Ohne eigenes Haus gibt‘s Probleme beim Tanken

Kein Anschluss an diesen Häusern: Nicht nur bei der Altenaer Baugesellschaft haben es Mieter schwer, wenn sie ein E-Auto fahren möchten.
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Kein Anschluss an diesen Häusern: Nicht nur bei der Altenaer Baugesellschaft haben es Mieter schwer, wenn sie ein E-Auto fahren möchten.

E-Mobilität ist auf dem Vormarsch. Doch die Lademöglichkeiten sind begrenzt. In Altena zeigt sich: Wer zur Miete wohnt, hat oft ein Problem beim Tanken.

Altena – Elektromobilität ist auf dem Vormarsch – noch. Wie es weiter geht, hängt entscheidend von der Ladeinfrastruktur ab. Und zwar nicht nur von der, die die Autofahrer unterwegs antreffen. Von entscheidender Bedeutung wird auch sein, ob er zuhause „tanken“ kann. Wer in einer Mietwohnung wohnt, hat da oft keine Chance.

„Wir haben uns mit dem Thema schon auseinandergesetzt, sind aber zu keiner Lösung gekommen“, berichtet Jörg Hammerschmidt, Architekt bei der Altenaer Baugesellschaft. Anfragen bei den Anbietern von Ladestationen hätten ergeben, dass die teils fünfstellige Beträge für die Installation haben wollten.

ABG: Kein Bedarf unter Mietern

Und warum hängt die ABG nicht selbst die eine oder andere Wallbox an ihre Häuser? Im Moment habe noch kein Mieter Bedarf angemeldet, heißt es in der AGB-Verwaltung. „Das kann aber noch kommen“, ahnt Hammerschmidt. Deshalb hat er einen neuen Parkplatz, den das Unternehmen vor nicht allzu langer Zeit am Knerling anlegen ließ, vorsichtshalber schon einmal entsprechend verkabeln lassen.

Ob irgendwann einmal eine Ladesäule dort stehen wird, steht in den Sternen. „Das hängt nämlich auch von der Kapazität des Leitungsnetzes ab“, weiß Hammerschmidt aus aktueller Erfahrung. Am Breitenhagen saniert die ABG gerade ein Haus und erneuert in diesem Zusammenhang auch die Heizungsanlage. Eingebaut wird eine Wärmepumpe, die ebenso Strom verbraucht wie die Durchlauferhitzer für das Warmwasser. Um 84 Kilowatt erhöht sich der Stromverbrauch des Gebäudes dadurch – und das kann Enervie als Netzbetreiber im Moment nicht liefern.

Stromnetz mit vielen „E-Tankern“ zeitgleich überfordert

Also muss ein neues Kabel her. Das bezahlt aber nicht etwa Enervie: „Die Kosten für solch eine Netzerweiterung muss der Antragsteller tragen“, erklärt Andreas Köster, Pressesprecher der Enervie-Gruppe und verweist auf das Online-Hausanschlussportal von Energie vernetzt, über das man einen Prüfauftrag erteilen muss, wenn man zusätzlich größere Verbraucher installieren möchte.

Anhand des vorhandenen Netzplans werde dann geprüft, ob dem Kunden grünes Licht gegeben werden kann, sagt Köster. Das hänge von der Kapazität der Kabel und der Zahl der angeschlossenen Gebäude ab. Wenn in einer Wohnstraße plötzlich zehn Wallboxen mit einer Leistung von insgesamt 500 Kilowatt installiert würden, könne das zumindest schwierig werden, wenn alle zehn gleichzeitig benutzt würden.

Öffentliche Ladesäulen oft teuer

Das Problem könnte durch eine intelligente Steuerung gelöst werden, die bewirkt, dass die Wallboxen erst dann ans Netz gehen, wenn genug Strom vorhanden ist – das ist aber noch Zukunftsmusik.

Welche Alternativen haben nun die Mieter der ABG, wenn sie elektrisch fahren wollen? Sie können öffentlich zugängliche Ladepunkte nutzen, ihr Auto also beispielsweise während des Einkaufsbummels an die Ladesäule am Küstersort hängen. Das hat allerdings seinen Preis: Wer die Mark-E-Ladekarte nutzt, zahlt dann neben einer monatlichen Grundgebühr von 1,99 Euro noch 39 Cent pro Kilowattstunde. Ins Haus liefert dieser Anbieter den Strom für unter 30 Cent, bei anderen kostet er noch mal bis zu fünf Cent weniger.

Tanken: Eine Frage der Kabellänge

Und wie macht das die ABG selbst? Die hat ein eigenes E-Auto. Das heißt Emil und wird in der Sammelgarage eines ABG-eigenen Hauses an der Freiheitstraße geparkt und dort an eine herkömmliche 230-Volt-Steckdose angeschlossen. Das geht nämlich auch, dauert aber seine Zeit – 16 Stunden beispielsweise für einen e-up von VW, der einen relativ kleinen Akku mit 32 Kilowattstunden hat.

Also neben dem ABG-Miethaus parken, Kabeltrommel raus und so die Batterie aufladen? Geht auch nicht. Die vier Meter Ladekabel müssen reichen, weil sie auf der einen Seite ins Auto und auf der anderen in die Steckdose gehören. Verlängerungen sind tabu.

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