Marian Heuser bietet „Heimat-Slam“-Workshop am Burggymnasium an

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„Wir sind wirklich ein munteres Trüppchen“, beschreibt Marian Heuser (ganz rechts) die Teilnehmer des „Heimat-Slam“-Workshops am Burggymnasium.

Altena - „Bisher wusste ich gar nicht, dass ich auf Deutsch dichten kann“, sagt Amelie Werner. Die Schülerin des Burggymnasiums nahm Dienstag und Mittwoch am „Heimat-Slam“-Workshop von Marian Heuser, Autor und Moderator, teil. Am 20. Oktober präsentieren drei der BGA-Teilnehmer gemeinsam mit anderen Schülern aus dem Kreis ihre Werke im Lüdenscheider Kulturhaus. Initiiert wurde die Aktion vom Heimatbund Märkischer Kreis.

Stille. Amelie Werner positioniert sich vor ihren Mitschülern, räuspert sich kurz und hebt ihre Stimme. Dann beginnt sie mit ihrem „Slam“ und dichtet von Heimat und Liebe. 

Die Mitschüler hängen förmlich an ihren Lippen. Gespannt folgen sie den Ausführungen, schmunzeln und nicken anerkennend. Und das auch, wenn mal etwas nicht so gelingt, auch wenn die Nervosität die Hände leicht zittern lässt. 

Klare Regeln

„Respect the Poet“ – eine der wichtigsten Regeln der Poetry Slamer lautet, den Vortragenden zu respektieren. „Wenn das jemand missachtet, soll er direkt nach vorne kommen und es besser machen“, erklärt Marian Heuser. 

Auch weitere Regeln habe man bereits besprochen. So dürfen beispielsweise nur selbst geschriebene Texte verwendet werden. Außerdem müssen sich die Teilnehmer an ein Zeitlimit halten. „Das sind meistens so zwischen fünf und sieben Minuten“, erklärt Heuser. 

Am Ende des Workshops gehe es nicht nur darum, tolle Texte geschrieben zu haben. Viel wichtiger sei es, dass die Schüler lernen, mit Selbstbewusstsein frei vor anderen zu sprechen. „Denn das braucht man im Leben immer wieder“, betont Heuser. 

Dass er mit seinem Workshop genau dieses Ziel erreicht hat, bestätigten ihm gestern die jungen Teilnehmer. „Es hat mir super geholfen. Eigentlich bin ich nicht so gut darin, etwas laut und frei vorzutragen“, erzählt die Schülerin Gina Arendt. Und auch Zoé Krismann sagt: „Anfangs war ich schon nervös. Aber das wurde mit der Zeit immer besser.“ 

Neue Freundschaften geschlossen

Ein – wie Heuser erklärte – für den Poetry-Slam ungewöhnliches Bild: Die 13-köpfige Gruppe aus Schülern der neunten und zehnten Jahrgangsstufe setzte sich aus zwölf Mädchen und nur einem Jungen zusammen. Die gemeinsame Arbeit habe sehr gut funktioniert. Heuser: „Wir sind wirklich ein munteres Trüppchen.“ Und da stimme auch der Zusammenhalt. „Man hat bereits neue Freundschaften geschlossen“, erzählte beispielsweise Stella Trapmann. 

Stella Trapmann nimmt am 20. Oktober gemeinsam mit zwei Mitschülerinnen an dem „Heimat-Slam“ in Lüdenscheid teil.

Als die Schüler erstmals ihre Werke vortrugen, kam der neutrale Zuschauer schon ins Staunen. Junge Menschen, die gekonnt von Heimat dichten und texten, die aktuelle Entwicklungen in Gesellschaft und Politik aufgreifen und dabei Fragen aufwerfen, die zum Nachdenken anregen – all das brachten die Teilnehmer in kürzester Zeit aufs Papier. Beim Feinschliff half Heuser. Immer wieder betonte er: „Besonders wichtig ist es, authentisch zu sein.“ 

"Heimat-Slam" am 20. Oktober

Zum Ende des Workshops wurden Amelie Werner, Stella Trapmann und Zoé Krismann von der Gruppe gewählt, mit ihren Werken am „Heimat-Slam“ teilzunehmen. Gemeinsam mit neun anderen Schülern aus dem Kreis treten sie am 20. Oktober im Lüdenscheider Kulturhaus gegeneinander an. 

Bewertet werden ihre Vorträge vom Publikum, und zwar in den Kategorien „Herz“, „Humor“ und „Tiefgang“. Insgesamt werden sechs Preise vergeben. 

Mit dem Projekt will der Heimatbund Märkischer Kreis die Jugendlichen für das Thema Heimat begeistern. So sollen junge Menschen unter anderem für die Arbeit in Vereinen und in ihrer Region animiert werden.

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