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Autopanne gab den Anstoß: Evingser Schützen reisen nach Norwegen zu befreundeten Musikern

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Mehr als zehn Meter hoch ist die größte Elchstatue der Welt, der die Evingser Schützen in Norwegen einen Besuch abstatteten.
Mehr als zehn Meter hoch ist die größte Elchstatue der Welt, der die Evingser Schützen in Norwegen einen Besuch abstatteten. © Evingser Schützen/Becker

Mit einer Autopanne, die mittlerweile mehr als 40 Jahre zurückliegt, begann die Freundschaft zwischen den Evingser Schützen und den norwegischen Musikern des „Tysklandsorkesteret“ des „Stor Elvdal Musikklag“. Die Freundschaft wird bis heute intensiv gepflegt. So verbrachten jetzt mehr als 40 Schützen ein langes Wochenende im hohen Norden.

Altena – Eingeladen zur Reise nach Norwegen hatte der Schützenverein Evingsen bereits Ende 2021. Viele Evingser pflegen als Gasteltern die Freundschaft zu den norwegischen Musikern, die alle zwei Jahre in großer Zahl zum Schützenfest nach Evingsen reisen.

Ihren Anfang nahm die freundschaftliche Beziehung Mitte der 1970er-Jahre. Damals war ein Evingser mit seinem Auto auf einer Straße in dem Örtchen Koppang, das etwa 200 Kilometer nördlich von Oslo liegt, unterwegs, als sein Wagen eine Panne hatte. Ihm wurde schnell geholfen – und als Dank lud der Evingser seine norwegischen Helfer zum Schützenfest nach Evingsen ein. Die Musiker des „Stor Elvdal Musikklag“ folgten dieser Einladung 1976 erstmals mit einer Kapelle – und kamen seitdem bis 2018 alle zwei Jahre zum Evingser Schützenfest. Dann sorgte Corona für eine Zwangspause.

Somit war das Wiedersehen jüngst nach vier Jahren am Busbahnhof in Koppang groß. Viele norwegische Freunde empfingen die Gäste aus dem Sauerland und schwenkten dabei ihre Landes-, aber auch Deutschlandfahnen. Den Großteil der Strecke hatten die Evingser zuvor mit dem Flugzeug bis Oslo zurückgelegt. Anschließend ging es ins „Askeladden“, einen Pub, in dem ein original Evingser Schützenadler hängt, den die Evingser vor Jahren als Gastgeschenk mit nach Norwegen brachten.

Am nächsten Tag stand eine Bustour durch die Provinz Stor Elvdal auf dem Programm – und die Höhen Norwegens mit einem vernebelten Blick auf das massive Rondalen-Gebirge präsentierten sich knapp vier Wochen vor Mittsommer kalt und verschneit. „Höhepunkt war der Abstecher zum größten Elche der Welt“, erzählt Thomas Becker, Schriftführer der Evingser Schützen. Diese 10,1 Meter große Elchstatue steht seit einigen Jahren in Østerdalen und überragt seinen kanadischen Vorgänger um 30 Zentimeter.

Am nächsten Tag konnten sich die Evingser dann in Koppang richtig heimisch fühlen. „Denn wir haben einen kleinen Schützenfest-Umzug gefeiert“, sagt Becker. Die Norweger und Deutschen trafen sich zu einem gemeinsamen Frühstück, wobei die Evingser allesamt mit Schützenmütze antreten mussten. Nach einem rund einstündigen Marsch durch Koppang mit Besuch und Ständchen an den örtlichen Pflege- und Altersheimen, ging es zur traditionellen Bierpause. Anschließend besuchten einige Evingser das Heimatmuseum, eine andere Abordnung besuchte das Grab von Roger Oyen, einem norwegischer Musiker, der 2008 in Evingsen tragisch ums Leben gekommen ist.

Abends war dann die Zeit für das großen Konzert im Kulturhaus von der Tysklandsorkesteret, eine Zusammensetzung von Musikern aus der Region, die regelmäßig das Evingser Schützenfest besuchen, gekommen. „Nach dem Ende des offiziellen Teils begann ein emotionaler Abend mit vielen Erinnerungen und Gesprächen bis spät in die Nacht“, sagt Becker, der sich mit dem übrigen Vorstandsteam sehr darüber gefreut hat, „dass alle Altersklassen von 17 bis 70 Jahren unseres Schützenvereins bei der Tour dabei waren“. Nun hoffen die Evingser, dass es bis zum nächsten Wiedersehen mit den norwegischen Musikern nicht wieder vier Jahr dauert.

Aber zumindest in diesem Jahr wird es noch nicht wieder ein Schützenfest in Evingsen geben. Allerdings plant der Verein für den eigentlichen Schützenfesttermin im Juli eine mehrtägige Jubiläumsparty, weil er seit genau 150 Jahren besteht (wir berichteten). An dieser wollen sich wahrscheinlich auch die Freunde aus Norwegen mit einer Abordnung beteiligen. Ein Zelt ist bereits angemietet, auch das Programm ist so gut wie fertig (»siehe Infobox).

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