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Autofahrer aufgepasst: Auf diesem Parkplatz im MK werden 146 Euro fällig

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Von: Thomas Bender

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Parken verboten: Schilder weisen auf dem Areal   an der Bachstraße in Altena darauf hin. Satte 146 Euro kostet das Parken dort.
Parken verboten: Schilder weisen auf dem Areal darauf hin. Satte 146 Euro kostet das Parken dort. © Thomas Bender

Es dürfte einer der teuersten Parkplätze im MK sein: Wer unerlaubt auf dieser privaten Fläche parkt, wird massiv zur Kasse gebeten: 146 Euro Geldstrafe werden fällig. Juristen und Verbraucherzentrale zweifeln daran, dass diese Summe angebracht ist.

„Das ist der teuerste Parkplatz Altenas“, staunt Ludger Leweke. Nicht er selbst, sondern einer der von ihm betreuten Flüchtlinge soll mehr als 146 Euro dafür bezahlen, dass er am 23. Dezember um 19.48 Uhr seinen Wagen auf dem Grundstück Bachstraße 50 in Altena abgestellt hat. Das teilt das Unternehmen Park & Collect aus Monheim dem verdutzten Mann mit und tituliert das als „außergerichtliches Vergleichsangebot“.

Am Anfang war die App: Grundstückseigentümer können die Park-Collect-App kostenlos herunterladen und mit ihrer Hilfe Fotos von auf ihrem Grundstück falsch geparkten Autos an den „beim zuständigen Gericht zugelassenen Rechtsdienstleister“ senden, der dann alles Weitere übernimmt.

Stolze Summen für Dienste

Genau das muss die Frau getan haben, die im Herbst vergangenen Jahres den ehemaligen Getränkemarkt direkt gegenüber der Feuerwehr gekauft hat. Seit ewigen Zeiten weisen dort Schilder darauf hin, dass Parken auf dem Grundstück verboten ist. Einige sind uralt, andere nagelneu – und alle drohen Falschparkern an, dass sie abgeschleppt werden. Von Geldstrafen ist dort keine Rede.

Trotzdem soll der falschparkende Flüchtling jetzt an die Grundstückseigentümerin zahlen. Sie sei bereit, „durch Zahlung des erhöhten Parkentgelts für die Besitzstörung in Höhe von 40 Euro sowie der Halterermittlungskosten und Rechtsverfolgungskosten die Sache auf sich beruhen zu lassen“, steht in dem Schreiben von Park & Collect. Unterm Strich bedeutet das auch, dass das im rheinischen Monheim ansässige Unternehmen für seine Dienste stolze 106,79 Euro berechnet. Das Unternehmen war für die Redaktion weder telefonisch noch per E-Mail zu erreichen.

Rechtsanwalt: Vorgehen umstritten

Fakt ist, dass man nicht einfach auf fremder Leute Grundstück parken darf – schon gar nicht, wenn große Schilder deutlich darauf hinweisen. Fakt ist auch, dass Grundstückseigentümer durchaus das Recht haben, Falschparker abschleppen zu lassen. Das Auto gibt’s in solchen Fällen erst dann zurück, wenn die Abschleppkosten bezahlt sind. Ob aber das Vorgehen von Park & Collect rechtens ist, das ist umstritten, meint der Rechtsanwalt Florian Schuh von Elixir-Rechtsanwälte in Frankfurt am Main. Einfache Abmahnungen müssten Gewerbetreibende nämlich selbst verschicken.

Schuh bearbeitet zahlreiche Fälle, in denen sich Falschparker gegen die teuren Park & Collect-Forderungen wehren. Er hält die über die Park & Collect-App angebahnten Abmahnungen auch inhaltlich für fragwürdig. Ähnlich sieht das die Verbraucherzentrale: Auf deren Homepage es Tipps dazu gibt, wie man sich verhalten sollte, wenn man ein solches Schreiben erhalten hat.

Von einiger Brisanz ist der Vorfall an der Bachstraße auch deshalb, weil es sich um eine Fläche direkt gegenüber der Feuerwache handelt. Werden die Freiwilligen zum Dienst gerufen, parkten sie in der Vergangenheit auch auf dieser Fläche – nicht auszuschließen, dass sie dafür demnächst auch fast 150 Euro zahlen sollen.

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