Großer Schatz an Exponaten

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Von der Einberufung (Gestellungsbefehl) bis hin zu Orden, Fotos und Erkennungsmarken haben die Märker sehr viele Erinnerungsstücke an die Kriegszeit aufbewahrt. ▪

ALTENA ▪ Unerwartet groß war die Resonanz schon auf den ersten Aufruf. Mehr als 500 mögliche Exponate sind dem Kreisarchiv bisher von Bürgern aus allen Teilen des Märkischen Kreises für eine Ausstellung zur Verfügung gestellt worden, die den Ersten Weltkrieg zum Thema haben wird.

Die Aufarbeitung dieser Jahre und des historischen Konfliktes mitsamt seinen Auswirkungen auf den heimischen Raum ist zu einer großen Aufgabe für das Kreisarchiv geworden, seit im vergangenen Frühjahr die ersten Überlegungen zu dieser Ausstellung angestellt wurden.

„Lieb Vaterland, magst ruhig sein“ wird die Dokumentation überschrieben sein. Der Titel greift eine Zeile im Refrain des Liedes „Die Wacht am Rhein“ auf, das im Kaiserreich höchst populär war und als „inoffizielle Nationalhymne“ beschrieben wird.

Die Auswahl der Ausstellungsstücke liegt in der Hand von Diplom-Archivar Ulrich Biroth. Es sei schon sehr erstaunlich, wie viele Stücke ein ganzes Jahrhundert überdauert haben, das seit den Kriegsjahren zwischen 1914 und 1918 vergangen ist, berichtet Biroth. Feldpostbriefe, Militärpässe und Soldbücher, ganze Fotoalben, Bajonette und natürlich Ehrenzeichen und Orden bis hin zum Eisernen Kreuz Erster Klasse haben die Menschen dem Kreisarchiv zur Verfügung gestellt. Eine seltene Taschenlampe ist zum Beispiel auch darunter. Sie ist so groß wie ein „Flachmann“ und gehörte einst einem Artilleriebeobachter. Die Lampe weist neben einem „eingebauten“ Notizbuch auch einen kleinen, weiß emallierten Spiegel auf. Mit seiner Hilfe konnte das Licht der Glübirne auf das innenliegende Notizbuch gelenkt werden. Für den Träger der Lampe damals ein großer Vorteil. Es konnte schlicht lebensgefährlich sein, sich nachts an der Front durch Licht zu verraten.

Die Ausstellung im Kreishaus wird am 1. August eröffnet und kann bis November besucht werden. Parallel zur Ausstellung wird es in der Burg Holtzbrinck im Zwei-Wochen-Rhythmus wechselnde Vorträge über die Kriegszeit geben. ▪ Von Thomas Keim

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