Schule wie zu Kaisers Zeiten

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Besondere Atmosphäre: Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski auf der alten Schulbank.

Altena - „Nicht allein das ABC bringt den Menschen in die Höh“ – diesen schönen Untertitel aus der Feder von Wilhelm Busch trug eine sehenswerte Ausstellung im Kreisarchiv an der Bismarckstraße.

Die meisten Ausstellungsstücke, darunter sehenswerte Schulmöbel aus der Zeit um 1900, sind mittlerweile wieder verschwunden - „aber ein bisschen was ist noch zu sehen“, berichtet Kreisarchivdirektorin Dr. Christiane Todrowski.

Für die Ausstellung, die Mitte Mai eröffnet worden war, hatte das Kreisarchiv Exponate zusammengetragen, die in dieser Form noch nicht gemeinsam zu sehen waren. Allein schon die großformatigen Schulwandkarten zu zahlreichen Themengebieten – sie stammen aus dem eigenen Fundus – machten einen Besuch der Ausstellung lohnenswert.

Hohen Unterhaltungs- und erzieherischen Wert hatten zudem Schulstunden wie zu Kaisers Zeiten, für die Peter Schneller als ehemaliger Leiter des Bochumer Schulmuseums gewonnen werden konnte. Allein: Alle Bemühungen um eine sehenswerte Präsentation lockten nicht so viele Interessenten an, wie man sich das im Kreisarchiv erhofft hatte. „Der Besuch war enttäuschend“, stellt Dr. Todrowski abschließend fest.

Bei der Ausrichtung der Ausstellung habe man sich bewusst an den Schulen orientiert und die Präsentation in die Vorferienzeit gelegt, um eine interessante Exkursion anbieten zu können. Alle Schulen im Kreisgebiet habe man angeschrieben, die Resonanz sei aber dürftig gewesen. Auch aus den Reihen der Heimat- und Geschichtsvereine habe man nicht viel gehört.

Hinsichtlich der Konzeption und Ausstattung mit Exponaten bleibt es aber bei der positiven Ausgangseinschätzung von Dr. Todrowski. „Das Produkt war gut“, ist die Historikerin sicher, „und wer da war, war sehr zufrieden.“ Das galt auch für die Grundschulklassen. Vor dem Besuch der Schulstunden seien sie oft sehr unruhig gewesen. Mit Erscheinen von „Oberlehrer Schneller“ habe sich das schlagartig geändert. Sogar ein respektvolles „Guten Morgen, Herr Lehrer“ habe den Junioren keine Mühe bereitet.

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