Dahler Kirchengemeinde zeigt Holzschnitte von Gretel Eisch

Import aus dem Bayerwald: Holzschnitte von Gretel Eisch

Mit Holzschnitten wie diesem begleitete Gretel Eisch das Kunstprojekt. Eine Auswahl wird im Februar in Dahle gezeigt.

Altena - Predigt mit Folgen: Weil er auf der Novembersynode zum Thema „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“, reden wollte, suchte Pfarrer Uwe Krause im Internet nach einer passenden Illustration. Er fand einen Holzschnitt der Künstlerin Gretel Eisch aus Frauenau im Bayrischen Wald.

Er war nicht nur von der gestalterischen Qualität ihres Zyklus' mit Arche-Motiven fasziniert, sondern auch von der Geschichte, die dahintersteckt.

Wer den Pfarrer der Kirchengemeinden in Dahle und Evingsen kennt, der weiß, dass Krause ein Mann der Tat ist. Eischs Zyklus müsse über den Bayrischen Wald hinaus gezeigt werden, und zwar im kirchlichen Rahmen, beschloss er.

Gemeinsam mit der Künstlerin konzipierte er deshalb eine Wanderausstellung, die vom 1. bis zum 22. Februar zum ersten Mal zu sehen sein wird, und zwar in der Dahler Kirche. 48 farbige Holzschnitte werden dort gezeigt. Von dort wird sie dann an andere Stationen innerhalb der Landeskirche von Westfalen weitergereicht.

Die Ausstellung wird nicht nur von drei Vortragsveranstaltungen begleitet: Krause hat auch einen Ausstellungskatalog zusammengestellt, der im „Verlag am Birnbach“ erscheinen wird. Darin geht es auch um den Kontext des Zyklus’ – Gretel Eisch begleitete damit das einerseits regionale, andererseits aber auch grenzüberschreitende Kunstprojekt „Glasarche“.

Glas spielt im Bayrischen Wald seit Jahrhunderten eine große Rolle, zunehmend aber auch der Niedergang der dortigen Glasindustrie. Weitere Themen, die die Menschen dieses Landstrichs beschäftigen, sind die Öffnung der Grenze zu Tschechien und der Umweltschutz.

Sinnbild für all’ das ist die Glasarche – ein tonnenschweres Boot aus Glas, das 2003 unter der Regie der Glaskünstler Ronald Fischer und Hubert Stern entstand und das an verschiedenen Stationen der bayrisch-tschechischen Grenzregion zu sehen war, bis es endgültig am Berg Lusen vor Anker ging.

Die Reise der Glasarche wurde von Veranstaltungen begleitet, an denen sich mehrere tausend Menschen beteiligten. Ihre Identifikation mit dem Schiff war so groß, dass sie lebhaften Anteil an der Diskussion darüber nahmen, wo der letzte Hafen der Arche sein sollte.

Das führte auch zu durchaus handfesten Protesten von selbst ernannten Bayerwald-Piraten: Die Arche wurde sogar kurzzeitig entführt und – als die Entscheidung gefallen war – mit einem Trauergewand verhüllt. - eB

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