Außenstände: Stadt wartet auf eine Million Euro

Kämmerer Stefan Kemper.

ALTENA ▪ Die einen zahlen die Hundesteuer nicht, die anderen Miete oder Pacht. Manches Knöllchen bleibt unbeglichen, Unternehmen bleiben der Stadt mitunter Gewerbesteuern schuldig. In Zeiten, da alle über die leere Stadtkasse reden, stehen auch viele Altenaer bei „ihrem Rathaus“ in der Kreide, bestätigte auf Anfrage Kämmerer Stefan Kemper.

Zwar liegen ihm genaue Zahlen für 2010 noch nicht vor. Aber die aktuellen Außenstände dürften ziemlich genau bei etwa einer Million Euro liegen.

Einer der dicksten Brocken in diesem Millionenspiel: Der Posten von rund 350 000 Euro Gewerbesteuer. Allerdings wies Kemper darauf hin, dass man diese Summe schon differenzierter sehen müsse, etwa, wenn ein Großer entsprechend veranlagt wurde und noch nicht gezahlt hat.

Einige zehntausend Euro hat die Stadt auch noch von Häuslebauern zu kriegen, an Grundsteuer oder Erschließungsgebühren.

Relativ zuverlässige Zahler sind die Hundebesitzer der Stadt. Bei rund 100 000 Euro, die Jahr für Jahr im Haushalt veranlagt werden, tut sich bisher ein Fehlbetrag von 10 000 Euro auf. Eine Summe, die allerdings nicht beliebig durch Hunde dividiert werden kann, denn für Zweit- oder Dritthunde gelten andere Steuersätze.

Unbezahlte Bußgelder (Knöllchen) machen immerhin 10 000 Euro aus. Hier setzt die Kämmerei beim Hereinholen indes weniger auf die Parkkralle als vielmehr auf den Vollstreckungsdienst der Stadt. Denn die Kommune darf sowohl bei öffentlich-rechtlichen Forderungen (Gebühren, Beiträge, Steuern) als auch im privatrechtlichen Sektor (Mieten, Pacht) selbst vollstrecken.

Stefan Kemper: „Wir appellieren an alle Bürger, doch das Einzugsverfahren zu wählen. Das spart Kosten, Zeit und womöglich Mahn- und Vollstreckungsgebühren.“ Ansonsten gelte: Das Rathaus räume bei begründeten Nachweisen wegen wirtschaftlicher Engpässe oder in schwierigen Wirtschaftszeiten auch Stundungen oder Ratenzahlungen ein. „Sprechen Sie mit uns“, sagt Kemper. Denn auch das liegt auf der Hand: Mit Blick auf die Arbeitsplätze will auch die Stadt keinen Betrieb in die Insolvenz treiben.

von Johannes Bonnekoh

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