Nettenscheider verstehen die Politik nicht  

Der Kindergarten auf dem Nettenscheid  ist relativ neu. Er wurde  vor sechs Jahren geschlossen.   

Altena  „Die Nettenscheider“ nennt sich eine lockere Gruppe um Christopher Rosenbaum, die sich für ihren Stadtteil stark macht und für die vor allem die fehlende Infrastruktur ein Thema ist. Deshalb merkten die Nettenscheider aus, als im Zusammenhang  mit der Diskussion um fehlende  Kindergartenplätze auch der ehemalige Kindergarten ihres Stadtteils ins Gespräch kam.  

 Die Awo hatte ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, dort eine zwei- gruppige Dependance ihres Zauberlandes in der Heimecke zu eröffnen. Die Nettenscheider gingen auf öffentliche Kindersuche: Eltern von 18 potenziellen Nettenscheider Kindergartenkindern hätten Interesse daran bekundet, ihre Kinder auf dem Nettenscheid betreuen zu lassen, heißt es inzwischen auf der Facebook-Seite der Gruppe. „Das entspricht schon jetzt der Größe einer Gruppe. Den Angaben der Stadtverwaltung zufolge wohnen aktuell sogar 35 Kinder im Kindergartenalter auf dem Nettenscheid.“

 Allerdings: Im öffentlichen Teil der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses wurde deutlich, dass die Reaktivierung des Nettenscheid-Kindergartens bei Politik und Verwaltung auf wenig Gegenliebe stößt. Begründet wurde das vor allem mit nicht unerheblichen Investitionskosten für die Wiederinbetriebnahme. Alle Varianten würden Geld kosten, kontern die Nettenscheider und verweisen auf Fördermittel, die die finanzielle Last für die Stadt mindern würden. Dadurch entstünden Bindungsverpflichtungen hinsichtlich der Laufzeiten.

 „Bei der Variante „Wiedereröffnung Kindergarten Nettenscheid“ nutzt man (Politik) genau diese Argumente, um den Nettenscheid von vornherein auszuschließen, obwohl das für alle anderen Maßnahmen gleichermaßen gelten würde“, wundern sich die Nettenscheider. Es sei denn, die Träger würden in eigener Verantwortung und auf eigene Kosten bauen – „wie das aber z.B. in Evingsen oder Dahle gelingen soll, wurde nicht bekannt. Offenkundig aber wurde, dass man genau dort schon jetzt hoch defizitär die Kindergärten betreibt“. Es bleibe somit einiges im Unklaren.

 Bei der Schließung des Nettenscheider Kindergartens vor rund sechs Jahren hätten die Eltern irgendwann keine Argumente mehr gehabt, weil schlicht die Kinder fehlten. „Jetzt aber sind sie wieder da!“, schreibt die Gruppe und fordert: „Der Elternwille sollte unbedingt berücksichtigt werden“. Als der Ortsteil mit einem großem Angebot an Baugrundstücken sei der Nettenscheid immer noch „ein Ortsteil für junge Familien, ein Ortsteil mit Zukunft, ein Ortsteil zum Wohlfühlen.“

 Die Gruppe ruft dazu auf, die nächste Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 12. November zu besuchen: „Zeigen Sie der Politik Ihren Willen! Helfen Sie, den Eltern und ihren Kindern wieder einen Kindergarten in ihrem Ort zu bekommen“.

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