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Umspannwerk in Rosmart von der Politik nicht gewollt

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Von: Thomas Bender

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Ausgleichsfläche Gewerbepark Rosmart Umspannwerk
Von der Zufahrt zum Hof Bredde bis zum Feuerwehrgerätehaus reicht die Ausgleichsfläche, auf der Amprion und Enervie gerne ein Umspannwerk errichten möchte. © Bender, Thomas

Das dürfte das Aus für die Pläne von Amprion und Enervie bedeuten: Einstimmig beschloss der Rat am Montagabend, Amprion mitzuteilen, dass „eine Änderung des Flächennutzungsplanes zwecks Errichtung einer Schalt- und Umspannanlage vom Rat der Stadt Altena nicht mitgetragen wird.“

Altena – Wie berichtet, stellten Vertreter der beiden Netzbetreiber entsprechende Pläne im September im Stadtentwicklungsausschuss vor. „Den meisten von uns ist angesichts der Dimensionen vermutlich die Kinnlade heruntergeklappt“, blickte der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmar Roder zurück. Seine Fraktion war es dann auch, die den entsprechenden Antrag stellte.

Benötigt wird die Anlage, um den Strom aus dem 380-Kilovolt-Netz von Amprion an das 110-Kilovolt-Netz der Enervie zu übergeben. Dafür wird viel Platz gebraucht: Die beiden Unternehmen würden gerne die etwa 500 Meter lange und 80 Meter breite Fläche zwischen der Zufahrt zum Hof Bredde und dem Feuerwehrgerätehaus Rosmart bebauen.

Wir sollten Amprion zeigen, dass wir das auf Rosmart nicht wollen.

Andreas Kern

„Wir sollten Amprion zeigen, dass wir das auf Rosmart nicht wollen“, sagte der CDU-Ratsherr und Rahmeder Ortsvorsteher Andreas Kern auch als Interessensvertreter der Rosmarter Bürger. Über deren Belange heißt es in der Begründung des CDU-Antrags, sie seien „seit Jahren mit Veränderungen ihres näheren Wohnumfeldes konfrontiert und haben unter anderem eine Umgehungsstraße und ein Gewerbegebiet vor ihrer Haustür hinnehmen müssen“.

Das ist aber nicht der einzige Aspekt, der nach Ansicht der Kommunalpolitiker gegen die Anlage spricht. Die Fläche ist eine „Kompensationsfläche“, auf der die für den Gewerbepark Rosmart erforderlichen Eingriffe ausgeglichen werden sollen. Ob und wo neue Kompensationsflächen geschaffen werden sollen, habe Amprion „nicht im ausreichenden Maß aufgeklärt“. Auch die unmittelbare Nähe zum Einzugsgebiet der Fuelbecke stört die Kommunalpolitiker: Es sei unklar, ob jegliches Risiko für die Trinkwasserversorgung der Stadt ausgeschlossen sei. Kritisiert wird in dem Antrag darüberhinaus auch, dass Politik und Verwaltung bis September nicht über das Vorhaben informiert worden seien.

SPD anfangs etwas zurückhaltend

Etwas zögerlich zeigte sich zunächst die SPD: Amprion habe im Ausschuss von möglichen Nachbesserungen gesprochen, die solle man zunächst mal abwarten, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende Markus Ferber. Ganz anders sah das Christian Kissler von den Linken: Er riet zu „klarer Kante“ – auch im Sinne von Amprion, wo man sich nach einem solchen Beschluss alle weiteren Planungen in diese Richtung sparen könne.

Alternativlos ist die Fläche neben dem Gewerbepark nicht. Amprion und Enervie haben auch Flächen bei Wettringhof und Leifringhausen sowie in Elverlingsen unter die Lupe genommen und mit Hilfe eines „Ampelverfahrens“ bewertet. Kriterien waren dabei Siedlungsnähe, Natur und Umfeld sowie die technischen Belange. Auch die Kosten dürften eine Rolle gespielt haben, vermutete Bürgermeister Uwe Kober. Das Umspannwerk wird nämlich in jene 380-kV-Leitung eingebunden, für die aktuell die Masten gebaut werden und die durch diesen Bereich führt. Würde eine Fläche des Kraftwerks Elverlingen genutzt, müsste eine etwa vier Kilometer Abzweigung gebaut werden.

Politik meint:Elverlingsen ist der bessere Standort

In der Diskussion wurde deutlich, dass der Standort Elverlingsen bei Altenas Kommunalpolitikern besondere Sympathie genießt. Schließlich sei das schon immer ein „Stromstandort“, sagte Kober. Der CDU-Ratsherr Andreas Schmale sah dort nach dem Abriss der Siedlung Elverlingsen „deutlich weniger Siedlungsnähe“ als in Rosmart und empfahl: „Wir sollten jetzt Klartext reden“. Das sei durchaus auch im Sinne der Investoren.

Enervie Umspannwerk Garenfeld
Das Luftbild des Umspannwerks in Garenfeld lässt die Dimensionen solcher Anlagen ahnen © Enervie

Offen bleibt, ob es eine von Amprion für Anfang Dezember geplante Informationsveranstaltung für Rosmarter Bürger jetzt überhaupt noch geben wird.

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