Tag der Ausbildung: Beste Chancen für junge Leute

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Peter-Wilm Schmidt (rechts außen) war Gastgeber beim Tag der Ausbildung in Altena.

ALTENA - Ein Kreis von 70 Personen, darunter 14 heimische Bürgermeister, hat dafür gesorgt, dass zum gestrigen „Tag der Ausbildung“ das Lehrstellen-Angebot von Handel, Handwerk und Industrie noch einmal aufgestockt werden kann. „Es ist gelungen, für dieses Jahr 16 zusätzliche Ausbildungsplätze zu beschaffen, feste Zusagen über 30 weitere Stellen haben wir für das kommende Jahr“, so Lisa Brühl von der Bundesagentur für Arbeit.

Gemeinsam mit ihrem Vorsteher, Vertretern von Gewerkschaft, Kreishandwerkerschaft, SIHK und Unternehmerverband sowie Landrat Thomas Gemke und Altenas Vizebürgermeister Rainer Kemmerling, beleuchtete sie im Hause des Unternehmens F. und H. Lüling den Part Ausbildung.

Fabian Schmidt, der als Geschäftsführer und Sohn des Inhabers die Gäste begrüßte und das Traditionsunternehmen vorstellte, konnte dabei auf den eigenen und besonderen Weg der Firma Lüling in Sachen Ausbildung verweisen: Zusammenarbeit und Partnerschaften mit allen Schulen am Ort, Praktika und eine qualifizierte duale Ausbildung oder sogar das Angebot eines Verbundstudiums in Zusammenarbeit mit den Hochschulen der Region.

Ob Werner Sülberg, Geschäftsführer des Märkischen Arbeitgeberverbandes oder Dirk Jedan als Geschäftsführer der Handwerkskammer – beide, aber auch weitere Diskussionsteilnehmer der Runde „Wo steht Ausbildung heute, wie geht es weiter?“, waren sich einig, dass es derzeit für junge Menschen die besten Chancen gibt, in einen Beruf einzusteigen.

Seine Sorge darüber, dass zum einen auf Grund der demographischen Entwicklung zu wenig Azubis da seien und andererseits Berufschullehrer fehlten und damit viele technische Berufe nicht besetzt werden könnten, verlieh Landrat Thomas Gemke Ausdruck. „Das Land darf uns hier nicht vergessen. Es gibt nicht nur Ballungsräume.“

Vizebürgermeister Rainer Kemmerling dankte den Altenaer Unternehmen für die Bereitstellung von Lehrstellen, auch in den Krisenjahren. Er mahnte an, auch Haupt- und Förderschulabsolventen nicht zu vergessen. Eindringlich bat er Arbeitsagentur und Unternehmerverband nicht nachzulassen, junge Leute auch erst ausbildungsreif zu machen. „Die Bekämpfung dieser Softskills sollte schon in der Schule beginnen. Das ist eine wichtige Aufgabe.“

Weil die heimische Region zu 56 Prozent vom verarbeiteten Gewerbe geprägt sei, liege hier auch eine große Zukunftschance für ausbildungswillige junge Menschen, warb Werner Sülberg. „Bis März“, so stellte er resignierend fest, „hatten wir aber noch 50 Prozent aller angebotenen Azubi-Plätze nicht besetzt.“

In der Region werde in über 80 Berufsbildern ausgebildet, merkte der Vertreter der SIHK zu Hagen an. Er riet jungen Leuten: „Schaut nach rechts und links. In Altena gibt es Weltmarktführer, die Produkte herstellen, ohne die kein Auto fährt. Es muss nicht immer der Kfz-Mechatroniker sein, auch andere gewerbliche Berufe haben Charme und gute Verdienstchancen.“

„Nutzt die Chancen, es brummt in der Region“, warb der Vorsteher der Arbeitsagentur. Er riet davon ab, sich immer weiter beschulen zu lassen, sondern es zu wagen, einen Beruf zu erlernen. „Das ist noch immer eine gute Basis gewesen.“

von Johannes Bonnekoh

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