„Zack, zack, ihr Luschen“

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Vor allem männliche Zuschauer in der ersten Reihe, die „gedient“ hatten, waren nicht sicher vor den Provokationen des „Chefs“. ▪

ALTENA ▪ Mit seinem Jubiläumsprogramm „Happy birthday, du Lusche“ sorgte der einzig wahre „Panzerflüsterer“ Ausbilder Schmidt am Samstagabend für einen ausverkauften Saal in der Burg Holtzbrinck.

Zackig und schneidig wie immer brachte er die „fiesesten, gemeinsten und dreckigsten Nummern“ aus seinem zehnjährigen Bühnenleben als knallharter Ausbilder und Kämpfer gegen die „Luschisierung“ des Landes.

Dabei waren vor allem männliche Zuschauer in der ersten Reihe, die „gedient“ hatten, nicht sicher vor den Provokationen des „Chefs“.

Der Ausbilder (alias Holger Müller) vermittelte dem Publikum einen ungeschönten Einblick in das Leben seiner Untergebenen in der Freiwilligen-Armee: Exerzieren als das „Kamasutra des Soldaten“. Und gezeltet wird bei Schmidt auch in fließenden Gewässern, „was Biber können, können wir besser“.

Und wie feiert der Ausbilder Geburtstag? Schmidt feiert nur bei Primzahlen, die sind wie er selber: unbeliebt, ungerade und schlecht teilbar. Natürlich feierte er den 53. Geburtstag nicht daheim, „da würde ja alles schmutzig“, sondern er lädt sich beim Nachbarn ein.

Auch die schonungslose Beschreibung der anderen Familienmitglieder begeisterte das Altenaer Publikum. Sohn „Ruck Zuck“ will verweigern, der Opa kam erst vor 20 Jahren aus Stalingrad zurück, „zu Fuß und in die falsche Richtung gelaufen“. Zu Halloween schickt der Ausbilder die Kinder, die Süßes oder Saures wollen, zum Opa: „Der hat Zucker“. Gnadenlos auch die Beschreibung des Besuchs im Altenheim. Man stelle sich vor, wie der Ausbilder mit den Gehörlosen „Stille Post“ und mit den Dementen „Memory“ spielt.

Auch für die „megapeinliche Nummer“ mit dem Weißen Hai war sich der „Chef“ nicht zu schade und verblüffte das Publikum mit einem Auftritt im Baywatch-Badeanzug.

Politisch unkorrekte Witze über die „Besatzungsmacht England“ oder aktuelle Themen wie die Papstwahl, abgeschaffte Zivis und die Vorstellung einer zukünftigen Rentner-Armee, „Soldaten, vollgestopft mit Insulin, Viagra und Melissengeist – wenn die auf uns schießen, brennen wir“, kein Thema war sicher vor den kernigen Kommentaren des Ausbilders.

„Wohnwagen-Dippen“ mit dem Panzer auf der Autobahn, Gelegenheitsjobs als Soap-Darsteller, Tierpfleger oder auf dem Bau, als Umzugshelfer von Lieblingsnichte Petra – wo Schmidt auftaucht und das Kommando übernimmt, herrscht das Chaos. Den Besuchern gefiel der raue Ton, Nachrodter Gäste wollten den Ausbilder sofort für einen weiteren Auftritt in der Nachbargemeinde buchen. ▪ Silvia Sauser

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