Ausbau des Hemecker Wegs dauert länger und wird teurer als gedacht

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Etwa in Höhe des einzeln stehenden Bauernhauses auf halber Strecke wird die höchste der insgesamt drei Abstützungen gebaut. Dort müssen etwa zwei Meter abgefangen werden.

Altena - „Die Bauzeit beträgt 60 Werktage“ teilte Straßen.NRW mit, als in der Woche nach Ostern mit dem Ausbau des Hemecker Wegs begonnen wurde. Damit wäre jetzt etwa Halbzeit. Allerdings: Daraus wird nichts. Autofahrer müssen damit rechnen, dass die Verbindungsstraße zwischen der Rahmede und Rosmart bis Mitte August gesperrt bleibt.

Grund dafür sei, dass die Arbeiten aufwendiger seien als gedacht, erklärte gestern Walter Glombik von Straßen.NRW. Es sei im Vorfeld nicht erkennbar gewesen, dass umfangreiche Arbeiten zur Sicherung der sogenannten Bankette erforderlich würden.

Breiter als bisher wird der Hemecker Weg nach der Sanierung sein, außerdem bekommt er auf der (in Fahrtrichtung Rosmart gesehen) rechten Seite Leitplanken – und das sorgt an drei Abschnitten für Probleme. „Zwischen der Fahrbahn und den Schutzeinrichtungen muss ein gewisser Abstand eingehalten werden“, erklärt Glomik. Dadurch rückt die Straße in einigen Bereichen so weit an Böschungsbereiche heran, dass die Leitplanken nicht mehr genug Halt finden würden.

Unten sieht man das Drahtgeflecht, das nahezu senkrecht steht und mit den weißen Kunststoffmatten im Unterbau der Straße verankert wird.

Also muss ein neuer, standsicherer Aufbau für den Böschungsbereich geschaffen werden – für versierte Straßenbauer kein Problem. Früher hätten sie Stützmauern aus Beton gegossen, heute kommt „kunststoffbewehrte Erde“ zum Einsatz. Das ist ein Verbundsystem, das zum einen aus Drahtgeflecht besteht, das vertikal verbaut und dann mit einem sogenannten Geotextil waagerecht im Aufbau der Fahrbahn verankert wird. Dass mithilfe dieses Verfahrens meterhohe Steilwände gesichert werden können, lässt sich an der Ehrenmalstraße in Nachrodt gut sehen. Gegen die dortige, viele Meter hohe Wand sind die maximal zwei Meter, die am Hemecker Weg abgefangen werden müssen, ein Klacks.

Einiger Aufwand wird für die Entwässerung betrieben.

Trotzdem: Es dauert, bis dieser Aufbau fertig ist und es mit dem Ausbau weitergehen kann. Anfangs der Baustelle stapeln sich Rohre – dünnere, die die Telekom verlegen lässt und etwas dickere „Vollsickerrohre“, die das Wasser auffangen werden, das auf der Hangseite austritt und den Unterbau der Straße beschädigen würde, wenn man nichts dagegen unternimmt. Entwässerungsanlagen waren am Hemecker Weg bisher nur rudimentär vorhanden.

"Auch nach dem Ausbau wird der Hemecker Weg für den Schwerlastverkehr nicht freigegeben." - Walter Glombik, Straßen.NRW

Wenn die Rohre liegen, folgt der Unterbau – er werde so modelliert, dass ein „fahrdynamischer Oberbau“ entstehe, erklärt Glombik. Im Klartext bedeutet das, dass die Fahrbahn in Kurven leicht geneigt sein wird. Wenn am Ende 14 Zentimeter Asphalttragschicht und die vier Zentimeter hohe Asphaltbetondeckschicht aufgebracht worden sind, wird der Aufbau eine Höhe von insgesamt 70 Zentimetern haben. Damit sei er nur für leichtere Fahrzeuge geeignet, erklärt Glombik. Er wisse zwar, dass sich schon in der Vergangenheit immer wieder Lkw auf den Hemecker Weg verirrt hätten, das sei aber auch nach dem Ausbau nicht vorgesehen.

In den Gewerbepark Rosmart geht es also auch zukünftig nur über die Brunscheider Straße, über die während der Bauarbeiten auch der übrige Verkehr umgeleitet wird.

Übrigens: Die Maßnahme wird deutlich teurer als gedacht. Rechnete man anfangs mit Baukosten in Höhe von knapp 700 000 Euro, so geht Glombik inzwischen von rund einer Million Euro aus.

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