„Aus Freude am Gesang“

Regenschirme und wetterfeste Jacken waren auf Burg Altena unerlässlich.

ALTENA ▪ Thorsten Potthoff hätte sich ein größeres und vor allem ein gemischteres Publikum für die „Singende, klingende Burg“ gewünscht. Der Vorsitzende des Sängerkreises Lüdenscheid ist mit seinen 40 Lenzen gestern Morgen einer der Jüngsten gewesen. Das Publikum, das trotz Regens in den oberen Burghof gekommen war, bestand fast ausschließlich aus Mitgliedern diverser Chöre und deren Familien und hatte einen Altersdurchschnitt von 65 Jahren.

Sinn und Zweck der Veranstaltung war und ist es, „dem Chorgesang an der Lenne neuen Schwung zu geben“, so Potthoffs Idee. Er schaffte es, örtliche Chorfunktionäre mit ins Boot zu nehmen und den Projektchor „BurgSänger“ zu gründen. Diese 45 Sänger aus Altena und Nachrodt-Wiblingwerde boten gestern zusammen mit fünf anderen Chören dem Publikum Chormusik vom Feinsten. Die, die es miterlebten, gingen mit Landrat Thomas Gemke konform, der zu Beginn sagte: „Die Chormusik ist ein schöner Teil unserer Kultur. Die Lieder drücken oft Liebe zur Heimat aus.“ Aber auch die Liebe zur Natur (Das Morgenrot) oder zu einer schönen Frau (Bajazzo). Dass es viele nicht miterlebten, bedauerte Thorsten Potthoff. Er hätte sich mehr Familien und junge Menschen im Publikum gewünscht, denn er möchte ja auch sehr gern wieder einen Kinderchor in Altena etablieren.

Landrat Gemke brachte noch einen weiteren positiven Aspekt zur Sprache: „Chorgesang ist nicht nur ein kultureller Genuss, sondern auch ein soziales Netzwerk.“ In den Chören bestünde ein großer Sinn für Gemeinschaft. Und wohl jeder Sangesbruder habe schon einmal einem anderen in irgendeiner Weise geholfen.

Gestern sind die „BurgSänger“ zum ersten Mal in der Öffentlichkeit aufgetreten. Ob die Männer jetzt zusammen bleiben und weiter machen, das hängt ganz von ihnen ab. Dieter Schönhoff (MGV Evingsen/Nette) würde gerne in diesem Projektchor weitersingen. Er ist 72 Jahre alt und singt bereits seit 40 Jahren. „Aus Freude am Gesang und wegen der Geselligkeit“, erklärte er. Ebenso geht es Gunter Obstfeld (1. Vorsitzender MGV Frohsinn). Ihm „tut es in der Seele weh“, dass die jungen Menschen heutzutage kein Interesse am Chorgesang haben. „Ich möchte keine Sekunde missen, in der ich den Menschen Freude bringen kann“, sagte der 68-Jährige. Er will nicht aufgeben und sich weiter für die Chormusik engagieren, deswegen sein Appell: „Versucht es doch einmal.“ ▪ Von Ilka Kremer

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