Aufzugsschacht schon 250 Zentimeter ausgehoben

+
Archäologen und Baufacharbeiter teilen sich den oberen Schacht für den Burgaufzug zurzeit.

ALTENA - „Schauen Sie mal, das haben wir erst heute aus der Grube geholt.“ Stolz präsentierte ein Mitarbeiter der Firma Feldhaus, die im Auftrag von Burgaufzugs-Generalplaner CMT derzeit dabei ist, sich vom Burghof aus sich in den Fels nach unten vorzuarbeiten, einen Wildschwein-Hauer.

Etwa 250 Zentimeter tief ist bisher das exakt vier mal vier Quadratmeter große „Loch“, das die Bauarbeiter gestern mit Zement an den Außenrändern „abspritzten“ und damit vor einem Abbröckeln schützten.

Zweieinhalb Meter, so tief haben seit Montag, 10. September, die Archäologiestudenten Jona Schröer und Daniel Kossack von Hand vor-gegraben. Alle Steinbröckchen, jedes Lehmkügelchen, jedes Gramm Erdreich wurden dabei in die Hand genommen, durch ein Sieb gejagt und erst dann an die Seite gelegt.

Ehrlich gesagt sei er aktuell überfragt, ob die Fachleute vom Landesdenkmalamt aus Münster bereits historisch Wichtiges gefunden hätten, räumte Stadtplaner Roland Balkenhol gestern auf der Baustelle ein. Er war ebenso vor Ort wie sein Mitarbeiter Jülich, um mit einem Verantwortlichen von CMT noch einmal den Stand der Arbeiten zu besprechen. Balkenhol: „Wir liegen im Zeitplan, alles läuft. Komplikationen nicht in Sicht.“

Allerdings ist die Stadt davon abgerückt, den Archäologen die Baustelle montags bis mittwochs zu überlassen und nur zum Wochenende hin dann die Betonsicherungsarbeiten durchführen zu lassen. Das habe sich so nicht bewährt, meinte Balkenhol. Jetzt sind die Baufachleute immer in den ersten Tagen der Woche an der Reihe, erst dann folgen die „Schatzsucher“.

Mit bloßen Auge erkennbar ist neben der aufgespritzten Verschalung des künftigen Burgaufzugschachtes auch ein halbes Dutzend Betonnägel. Sichtbar sind allerdings nur 20 Zentimeter von rund 650 Zentimetern Gesamtlänge.

Ab nächste Woche haben die Archäologiestudenten Jona Schröder und Daniel Kossack das Loch im Burghof wieder ganz für sich. Dann wird wieder Zentimeter für Zentimeter gegraben.

von Johannes Bonnekoh

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare