Aufzugs-Gästebücher: Es gibt ganz viel Lob

Besucher Sven Rohmert aus Oberhausen war überrascht: „Da wurde aber viel Geld in die Hand genommen. Toll!“ Foto: Bonnekoh

Altena -  „Ein schöner Aufzug! Ich habe hier viele Jahre gewohnt und bin 1984 ins Rheinland gezogen. Der Besuch hat sich gelohnt!“ – Gezeichnet ist die Eintragung vom 1. Mai 2014 mit Luise Harthun – jetzt Binder. Doch dieses Lob ist nicht das einzige, das sich in bereits zwei voll geschriebenen Gäste-Büchern im Foyer des Burgaufzugs befindet.

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„Es überwiegen die Meinungen, die den Aufzug und auch den Gang durch die Erlebnisstationen als sehr anregend empfinden und ihn als Bereicherung für die Stadt sehen“, sagt Daria Fikus. Sie und ihr Team verzeichneten bis jetzt mehr als 67 000 Besucher. Die Aufzugsmanagerin hatte die Idee, Gäste aus nah und fern via Eintragungen zu Wort kommen zu lassen. Und so sind die teils eng beschriebenen Seiten in den golden gebundenen Büchern ein Querschnitt über die Besucherresonanzen aus nah und fern.

Es finden sich Einträge von Gästen aus Flensberg ebenso wie aus Bayern, Rheinland-Pfalz oder dem nahen Ausland, Luxemburg nämlich. Doch kein einziger Niederländer hat sich bisher hier verewigt. Dafür aber Spanier und Polen. Auch wenn es zu den entsprechenden Texten in Landessprache keine Übersetzungen gibt.

Mit einem weinenden Smilie und dem Namen Conny ist dagegen eine zweiseitige, durchaus harsche Kritik am Vorzeigeprojekt Burgaufzug gezeichnet. Besagte Conny schreibt, „(...) als geborene Altenaerin, (...) bin ich ehrlich enttäuscht.“ Und dann hagelt es Detail-Kritik. Der Aufzug spiegele nicht die mittelalterliche Atmosphäre der Burg wieder, der „rostige Aufzugseingangsklotz“ verbaue gar den Blick auf die Burg. Connys Rat: „Die Planer hätten sich ein Beispiel an Berlin oder London nehmen sollen. Da hat man es richtig gemacht.“

Witzig äußern sich oft Kinder, die in teils krakeliger Schrift oder sogar mit kleinen Bildchen ihre „Erfahrungen“ im Erlebnis-Tunnel schildern. „Schade, dass das Reh sterben muss“, schreibt etwa am 27. Juli Sabrina und Nina und Sophie schließen sich am 28. August an, bemerken aber: „Die Fische, die sind wirklich toll.“ Was diese Station angeht, gibt es eine ganz besondere Eintragung. „Die Fische haben mich als erfahrenen Führhund nicht irritiert. Ich bin nicht darauf hereingefallen“, lässt ein nicht näher bezeichneter Schreiber Vuelwo am 29. September als Vierbeiner zu Wort kommen und hat daneben einen Tatzenabdruck gezeichnet. „Donnerschlag“, schreiben Hannes und Josephine am 16. November beeindruckt und spielen auf die „kommerzielle Nutzung“ des Granitstein-Abraums als Burgschmuckstein an. „Applaus für diese Geschäftsidee.“ Es fällt auf, dass am Eintrittspreis nicht gemäkelt wird. Er wird allgemein ohne Murren akzeptiert.

von Johannes Bonnekoh

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