Weiterhin dem Zeitplan voraus

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Vom Stollen aus hat man einen interessanten Blick Richtung Lennestraße und ehemaliges Feedback. ▪

ALTENA ▪ Mehr als 90 Meter reicht der Stollen für den Burgaufzug jetzt in den Berg hinein. Ganz am Ende des Vortriebs ist es dunkel, aber spürbar wärmer als auf der Lennestraße.

Seit der allerersten Sprengung am 7. Dezember haben sich die Männer der „Arbeitsgemeinschaft Burg Altena“ aus den Firmen Feldhaus und Deilmann-Haniel mächtig ins Zeug gelegt. „Wir liegen vor dem Zeitplan“, berichtet Projektkleiter Ulrich Henke. Mit der Sprengung am Montagmorgen hat der Tunnel im Übrigen erstmals dem späteren Vorraum des Burgaufzuges erreicht. Nur noch einmal wird jetzt „nach vorn“ gesprengt, dann geht es schon an das Aufweiten des Warteraumes nach links und rechts – genau genommen nach Norden und nach Süden. Mit der letzten Vortriebssprengung sollen fünf Meter gewonnen werden, berichtet der Proketleiter. Derzeit steht die so genannte Ortsbrust bei 91 Metern.

Mit dem Aufweiten des rund 75 Qudratmeter großen Aufzugsbereiches will man sich ebenso wenig Zeit lassen wie bisher mit dem Stollen. „Am Donnerstag sollte das erledigt sein“, erwartet Ulrich Henke. Am gleichen Tag könnte auch bereits der Durchbruch der von oben herab kommenden „Pilotbohrung“ erfolgen. Dieses Rendezvous war eigentlich für Freitag vorgesehen.

Seinen Männern macht Ulrich Henke ein dickes Kompliment. „Die Jungs haben das bis jetzt durchgezogen.“ Deswegen hätten sie sich eine kleine Pause verdient. Ab dem 17. sollen die Hauptarbeiten ruhen, damit die Männer eine kleine Verschnaufpause bekommen. Am 22. oder 23. soll es dann in alter Frische weiter gehen. Unter anderem werde es dann noch kleinere Sprengungen – „Beisprengungen“ genannt – geben, mit denen an manchen Stellen das Stollen-Profil nachgearbeitet wird. Zusätzlich wird in einzelnen Lagen so genannter „Ausgleichsbeton“ aufgetragen, um sich ans vorgesehene Profil heranzuarbeiten. Dabei verschwinden scharfe Ecken und Kanten. In einem weiteren Schritt wird eine Drainage verlegt und erst zuletzt eine „Innenschale“ mit den engültigen Tunnelmaßen aufgebracht.

Seit Sonntagmorgen arbeitet sich hoch über der Lennestraße, im oberen Burghof, schweres Gerät in Richtung Tunnelsohle vor. Diese so genannte Pilotbohrung hat zunächst einen Querschnitt von 30 Zentimetern. Ist sie im Stollen angekommen, wird unten ein Bohrkopf von fast 1,50 Meter montiert, der dann rotierend nach oben gezogen werden wird. Deswegen, vom Englischen „to raise“ (anheben, heben) abgeleitet, heißt das Verfahren „Raise-Bohrung.“

Sie soll nach dem Zeitplan am 21. Januar beginnen und rund drei Wochen in Anspruch nehmen.

Die Beschaffenheit des Gesteins im Stollen hat sich auf den letzten Monaten noch einmal leicht verändert. Für den Laien ist das erkennbar an der deutlicheren helleren Farbe des Abraums, der nach Sprengungen aus dem Stollen geholt wird. „Das Material ist jetzt härter und kompakter“, bestätigt der Projektleiter. Er freut sich im Übrigen darüber, wie gut die ungewöhnliche Baustelle von den direkten Anliegern aufgenommen wird. „Die Nachbarn“, sagt Henke, „haben eine tolle Einstellung.“ ▪ Von Thomas Keim

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