Aufzug erfordert mehr Personal auf der Burg

ALTENA ▪ Wenn der Burgaufzug fertig ist, soll auf der Burg mehr Personal beschäftigt werden. Das empfiehlt der Kreiskulturausschuss. Er segnete heute (Dienstag) mit den Stimmen von CDU, SPG und UWG eine entsprechende Verwaltungsvorlage ab. Grüne und FDP stimmten mit Nein.

Wie berichtet, hat sich eine Arbeitsgruppe der Kreisverwaltung mit der Frage beschäftigt, welche organisatorischen Veränderungen erforderlich sind, wenn 2013 der Burgaufzug seinen Betrieb aufnimmt. Es werden dann mehr Besucher kommen, was nach Ansicht der Fachleute personellen Mehraufwand bedeutet. So soll eine zusätzliche 0,25-Stelle für Museumpädagogik geschaffen werden. Während das noch unstrittig war, stieß ein anderer Vorschlag vor allem bei Geza Lang von den Grünen auf blankes Unverständnis: In der Remise soll ein neu einzustellender Mitarbeiter die Benutzer des Aufzugs in Empfang nehmen und ihnen den Weg zum Museum weisen. „Ob das vonnöten ist, ist äußerst fraglich“, sagte Lang und berichtete von Burg Eltz und Schloss Schönbrunn, also zwei weitaus größeren Anlagen, die er unlängst besucht habe – „da gibt es sowas auch nicht“. Die Gefahr, dass sich jemand auf dem oberen Burghof nicht zurechtfinde, schätze er als gering ein.

Auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Axel Hoffmann äußerte sich sehr kritisch über das Papier der Verwaltung – unter anderem deswegen, weil die Kasse zwischen dem unteren und dem oberen Burghof weiterbetrieben werden soll. Zwar sei ihm klar, dass auch weiterhin Besucher auf diesem Wege in die Burg gelangen würden, sagte er – es müsse aber möglich sein, ihnen auf andere Art und Weise die erforderliche Eintrittskarte zu verkaufen. Grundsätzlich gingen Hoffmann die Überlegungen der Kreisverwaltung nicht weit genug: In der Vorlage gehe es lediglich um organisatorische Veränderungen, nicht um ein Konzept. Er vermisse zum Beispiel Antworten auf die Frage, wie der erlebnispädagogische Ansatz in Zugangsstollen und Aufzugskabine sich auf der Burg fortsetzen solle und welche Konsequenzen für das Marketing zu ziehen seien, sagte er.

Für die beiden großen Parteien war alles klar – auf ihre Initiative ging die Untersuchung der Verwaltung zurück, sie zeigten sich mit den Ergebnissen zufrieden. Als besonders erfreulich bezeichnete es Detlef Seidel (CDU), dass nach Inbetriebnahme des Aufzugs kein Eintritt mehr für das Betreten des Burghofs verlangt werden soll – damit sei endlich ein ewiges Streitthema vom Tisch. Seidel riet, vor Inbetriebnahme des Aufzugs das Gespräch mit dem Pächter des Burgrestaurants zu suchen: „Man hat den Eindruck, dass da nicht alles so rund läuft“.

Auch Udo Böhme (SPD) hatte nur geringe Einwände gegen die Vorlage: Er könne sich nicht vorstellen, dass tatsächlich zwei Umkleideräume gebaut werden müssten, damit Burgaufsichten demnächst „gewandet“ ihrer Arbeit nachgehen könnten, sagte er. Das müsse sich auch anders lösen lassen.

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