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Anne Haigis: Toller Abend mit guten Freunden

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Von: Hildegard Goor-Schotten

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Zwischen großen Kerzenleuchtern nahm Anne Haigis mit ihrer Gitarre Platz, Hund Yella streifte immer wieder mal durchs Publikum, wenn er sich nicht entspannt auf seine Decke kuschelte. Eine perfekte Atmosphäre für einen stimmungsvollen musikalischen Abend.
Altenaer Anne-Haigis-Fans ließen sich CDs persönlich signieren. © GOOR-SCHOTTEN

Seit 40 Jahren ist Anne Haigis musikalisch unterwegs, kann auf große Tourneen und Fernsehauftritte zurückblicken, auf die Zusammenarbeit mit Musikern und Produzenten wie Eric Burdon oder Barry Beckett. Nur in Altena klappt es nicht so ganz.

Altena – Ihr Benefizkonzert für die Flutopfer im vergangenen Jahr auf der Burg hätte schon mehr Besucher verdient gehabt – wie die, die dort waren, meinten. Am Samstag in der Burg Holtzbrinck war die Schar der Zuhörer noch überschaubarer. „Wir nehmen die Situation so wie sie ist. Schön, dass ihr hier seid“, sagte die Sängerin und lieferte den – song- und textsicheren – Fans das, was sie erwartet und verdient hatten: einen schönen Abend unter Freunden.

Der stimmungsvoll beleuchtete Saal trug seinen Teil dazu bei. Zwischen großen Kerzenleuchtern nahm Anne Haigis mit ihrer Gitarre Platz, Hund Yella streifte immer wieder mal durchs Publikum, wenn er sich nicht entspannt auf seine Decke kuschelte. Eine perfekte Atmosphäre, um zurückzublicken, Musik zu machen und die persönlichen Geschichten dahinter zu erzählen.

„Carry on“ steht über der Tour und dem aktuellen Album der vielseitigen Musikerin, das sie während des Corona-Lockdowns aufgenommen hat und die 40 Jahre seit ihrem ersten Album widerspiegelt. In der Burg Holtzbrinck präsentierte sie diese „Lieblingssongs“, war aber auch offen für Musikwünsche aus dem Publikum.

Altenaer Anne-Haigis-Fans ließen sich CDs persönlich signieren.
Altenaer Anne-Haigis-Fans ließen sich CDs persönlich signieren. © GOOR-SCHOTTEN

Anne Haigis erinnerte an ihre musikalischen Anfänge in Rottweil, das sie mit 16 Jahren Richtung Stuttgart verließ. „Ich habe mir den Kleinstadtblues von der Seele gesungen“, sagt sie: „Ich wollte Sängerin werden, das war aber nicht so einfach. Da gab es noch kein DSDS oder Voice of Germany, wo Eltern ihre Kinder mitmachen lassen.“ Mit Jazz in American Clubs hat sie angefangen, seitdem hat sie immer wieder die Richtung gewechselt, Neues erprobt.

Deutscher Poprock war es Mitte der 1980er Jahre. Mit ihrem Titel „Freundin“ landete sie in den Charts und in der ZDF-Hitparade. „Das war für uns Deutschrocker damals eine absolute Schmach“, erinnert sie sich.

In Altena präsentierte sie ihn ebenso überzeugend wie „No Man’s Land“, mit Eric Burdon und Tony Carey aufgenommen, „Um dich doch zu bewahren“, das sie ihrem Entdecker Wolfgang Dauner widmete, oder „Waltzing Mathilda“ von Tom Waits, ein Titel, der sie tief berührt und nicht mehr losgelassen hat.

Intensiv und leidenschaftlich, kraftvoll und leise – mit ihrer unverwechselbaren Stimme fesselte Anne Haigis ihre Zuhörer, die ebenso begeistert mitsangen. Und so werden vielleicht nicht nur die Fans, sondern auch die Musikerin selbst den Abend im kleinen Kreis in so guter Erinnerung behalten wie das Konzert im vergangenen Jahr: „Es war so toll.“

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