Weg frei für Klimaschutz in Altena

Das wird eine Aufgabe für die gesamte Stadt. Im Laufe des Jahres soll ein kommunales Klimaschutz-Konzept auf den Weg gebracht werden.

Altena -  Mit einem eigenen Klimaschutzkonzept will sich die Stadt Altena für die Zukunft wappnen. Der Auftrag an ein spezialisiertes Büro soll in der Februar-Sitzung des Rates vergeben werden. Das bestätigte am Montag Bürgermeister Dr. Hollstein, der über die Pläne und den Sinn des Konzeptes beim Neujahrsempfang in der Burg Holtzbrinck gesprochen hatte.

Das Projekt habe sich seit längerer Zeit „in der Pipeline“ befunden. Jetzt laufe die entsprechende Ausschreibung. Vorarbeit wurde durch Jürgen Wagner geleistet. Der Ingenieur kümmerte sich seit 2013 auch um allerlei Zahlen - Zahlen zur Eröffnung einer CO2-Bilanz.

Grundlage war eine Fortbildung beim Märkischen Kreis, die in Zusammenarbeit mit der EnergieAgentur NRW und dem Landesumweltamt angeboten worden war. Zunächst ging es um Grundlagenarbeit. Das hieß in erster Linie Daten zusammenzutragen. Da wurden zum Beispiel die Energieverbräuche städtischer Gebäude und Dämmmaßnahmen an ihnen ebenso zusammengetragen wie die „Flottenverbräuche“ von Feuerwehr, Stadtverwaltung und Bauhof. Auch die neu montierten LED-Beleuchtungen an den Straßen werden erfasst.

„Es muss zunächst einmal eine Datenbasis geschaffen werden“, erklärte Wagner Im Oktober 2013 dem AK. Ihm steht dazu ein spezielles PC-Programm zur Verfügung, das über den Märkischen Kreis auch mit weiteren Informationsträgern wie Stromversorgern oder auch Schornsteinfegern vernetzt ist. Erstes Bezugsjahr wird das Jahr 2010.

Qualifikation als Klimamanager

37 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet waren damals ins Lüdenscheider Kreishaus gekommen, um hier nach einem dreitägigen Lehrgang ihre Prüfung abzulegen. Besonders erfreulich: Unter den erfolgreichen Absolventen sind sieben Mitarbeiter heimischer Kommunen, die mit dem Zertifikat nun ihre Qualifikation als Klimamanager dokumentieren können.

Viele Gemeinden engagieren sich bereits auf hohem Niveau in Sachen „Klimaschutz“, während andere Städte und Gemeinden – wie die Burgstadt – noch am Anfang stehen.

Bisher hatten weder Bund noch Land die Kommunen zu Klimaschutzaktivitäten oder zur Erstellung von Klimaschutzkonzepten verpflichtet. Mit dem neuen nordrhein-westfälischen Klimaschutzgesetz könne sich das jedoch ändern, hatte es bei der Schulung geheißen. Beobachter gehen davon aus, dass Förderungen durch das Land NRW in Zukunft auch von der Frage abhängig sein könnten, ob vor Ort ein entsprechendes Klimaschutzkonzept installiert ist.

Was kann der Bürger, was die Stadtverwaltung tun?

Es werde darum gehen, zu schauen, was die Industrie tun kann, der einzelne Bürger, aber natürlich auch die Stadtverwaltung. Der Zeitrahmen scheint abgesteckt: Innerlab des laufenden Jahres soll das Klimaschutzkonzept mit Inhalten gefüllt werden. Es werden dabei auch darum gehen, konkrete Ziele zu formulieren.

In diesem Zusammenhang macht der Bürgermeister auch darauf aufmerksam, dass die Ausgangslage in der Burgstadt nicht die einfachste ist: Der Grund dafür ist ein überdurchschnittlich alter Baubestand. Der Bürgermeister gibt zu bedenken, dass in den letzten 30 Jahren vergleichsweise wenige Einfamilienhäuser entstanden seien, es aber einen großen Sockel aus den 50er und 60er Jahren gebe. Vergleichweise viele Gebäude stammen sogar noch aus der Gründerzeit.

Ein Einstieg sei andererseits bereits durchaus erfolgreich vollzogen worden. So bedeute die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen bereits einen großen Schritt in die richtige Richtung. „Das ist schon eine gewaltige Maßnahme“, meint der Bürgermeister.

Das Konzept soll auf jeden Fall mit einer umfassenden Bürgerbeteiligung einhergehen. - Thomas Keim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare