Unterschiedliche Resonanz auf WG für Menschen jeden Alters 

Projekt Gemeinschaftswohnen? „Auf jeden Fall mal ausprobieren“

+
Diesen Grundriss hat sich ABG-Architekt Jörg Hammerschmidt ausgedacht. Es gibt neben dem Treppenhaus einen Zugang über die Terrasse, damit sind die Wohnungen barrierearm.

Altena - Das Kind hat noch keinen Namen – Senioren-WG soll es aber auf keinen Fall heißen. „Wir glauben, dass diese neue Wohnform für Menschen jeden Alters geeignet sein könnte“, sagte Joachim Effertz, der Vorstand der Altenaer Baugesellschaft (ABG). Gemeinsam mit dem Architekten Jörg Hammerschmidt stellte er in den vergangenen Wochen bei verschiedenen Veranstaltungen vor, wie sich das Unternehmen „Gemeinschaftswohnen“ vorstellen kann.

An wen richtet sich das neue Angebot? 

Die ABG hat das Gemeinschaftswohnen für Singles entwickelt, die nicht gerne ganz allein leben wollen, andererseits aber auch ihren Freiraum brauchen.

Wie soll das konkret aussehen? Für das Gemeinschaftswohnen soll zwei typische Baugesellschaftswohnungen zusammengelegt werden. 

Das kann so geschehen, dass in der Mitte ein großer Gemeinschaftsraum entsteht, an den rechts und links zwei Zweiraumwohnungen angrenzen, die jeweils knapp 35 Quadratmeter groß sind und über ein eigenes Bad verfügen. Der Gemeinschaftsraum ist in Form einer Wohnküche gestaltet. Es besteht aber die Möglichkeit, in den Appartements zusätzliche kleine Teeküchen unterzubringen.

Wie wird die Privatsphäre gewährleistet?

Die beiden Appartments sind komplett voneinander getrennt. Jedes hat einen eigenen Zugang zum Gemeinschaftsraum, den der Bewohner offenlassen kann oder eben nicht.

Wo können solche Wohnungen entstehen?

Der Grundriss ist vor allem für Häuser zugeschnitten, die man am Breitenhagen und am Knerling findet. In etwas angewandelter Form lässt sich das Gemeinschaftswohnen aber auch am Pragpaul realisieren. Die ABG legt Wert auf eine barrierearme Ausgestaltung. Deshalb kommen für sie nur Erdgeschosswohnungen in Frage. Der Zugang zum Haus sollte steigungssarm sein.

 Wie wahrscheinlich ist es, dass die ABG so etwas baut?

„Wir wollen das auf jeden Fall mal ausprobieren“, sagen Effertz und Hammerschmidt. Allerdings müssten dafür in einem für das Gemeinschaftswohnen geeignetem Haus beide Erdgeschosswohnungen frei sein. Das ist derzeit nirgendwo der Fall, Kündigungen wird die ABG für das Projekt auf keinen Fall aussprechen.

Was würde eine solche Wohnung kosten? 

Die ABG will auf jeden Fall so bauen, dass auch die Bezieher kleinerer Einkommen dort einziehen können. Effertz geht von einer Kaltmiete von sechs bis sieben Euro aus.

Gibt es auch Nachteile? 

Das Konzept macht natürlich nur dann Sinn, wenn sich die Bewohner der beiden Appartements gut verstehen. Probleme gibt es dann, wenn einer auszieht oder stirbt und die Chemie mit dem Nachfolger nicht mehr stimmt. Außerdem sind die Bäder mit vier Quadratmetern sehr klein. Wenn ein Bewohner Hilfe bei der Körperpflege braucht, sind Probleme vorprogrammiert.

Wie war die Resonanz auf die Informationsveranstaltungen?

Am Knerling kamen über 20 Interessenten und am Pragpaul gut zehn – allesamt im Seniorenalter. Am Breitenhagen blieben Effertz und Hammerschmidt am Dienstag unter sich. „Wir werden auf jeden Fall darüber nachdenken, wie wir auch in diesem Stadtteil die Bürger für unser Vorhaben interessieren können“, kündigte Effertz an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare