Auch über Twitter für Altena werben

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Gestern Abend im Ratssaal: Matthias Burzinski (rechts) erklärt das Tourismus-Konzept, CDU-Sprecher Uwe Scholz hört zu. ▪

ALTENA ▪ Wenn der Aufzug komme, dann dürfe „die Lennestraße nach seiner Fertigstellung nicht mehr so aussehen, wie sie jetzt aussieht“. Das sagte Bürgermeister Dr, Andreas Hollstein am Donnerstag Abend im Ausschuss für Stadtentwicklung und gab preis, das entsprechende Gespräche schon längst geführt würden – „unsere Hausaufgaben machen wir schon seit vorgestern“.

Das war noch mit die konkreteste Aussage rund um das Tourismus-Konzept, das dem Ausschuss vorgestellt werden sollte, aber noch nicht ganz fertig ist. Jutta Gruß-Rinck vom Planungsbüro Hamerla versprach, innerhalb der nächsten Tage wenigstens eine kurze, schriftliche Zusammenfassung vorzulegen, was auch dringend notwendig erscheint. Das, was Matthias Burzinski und Dr. Thorsten Smidt vom Büro „projekt 2508“ vortrugen, war nämlich für die Politiker nicht so richtig greifbar. Dementsprechend gab es darüber auch keinerlei Diskussion.

„Vernetzung“ – dieses neue Modewort wurde wieder oft gebraucht. Mit den Städten der Region soll Altena sich vernetzen, mit Sauerland-Tourismus, innerhalb der Stadt soll eine Vernetzung zwischen dem auf dem Güterbahnhof-Gelände geplanten Freizeitgelände, der Innenstadt, dem Burgaufzug und dem im Bereich Post geplanten Tagungs- und Hotelzentrum erfolgen – im Grunde alles nichts Neues, weil im Stadtentwicklungskonzept schon lange festgeschrieben. Eine der wenigen Überraschungen war, dass es einen neuen Namen für das Krämerdorf gibt, in das die untere Lennestraße verwandelt werden soll. Weil den Altenaern dieser Name nicht passt, nennt Gruß-Rinck dieses Vorhaben nun KunstHandWerk. Und betont, dass ihr Konzept was ganz anderes sei als das von der Gruppe um Wilfried Bracht. Das sei „in einem Appendix“ untergebracht und damit fehlplatziert.

Ansonsten blieben viele Fragen offen. Sicher: Dr. Smidt und Burzinski definierten Zielgruppen, für die Altena interessant sein könnten – junge Paare, Familien, Senioren. Aber wie die nach Altena geholt werden sollen, blieb unklar. Da war von Werbung über Twitter und andere Internet-Netzwerke die Rede, insgesamt müsse der Online-Auftritt deutlich verbessert und per Mausklick direkt buchbare Angebote enthalten. Imagebroschüren seien nicht so wichtig, viel besser sei eine Werbung, die zwar für Altena insgesamt trommele, dieses aber mit zielgruppengerechten Hinweisen verknüpfe, erklärte Smidt und empfahl zudem ein Marketingkonzept, das nicht nur die gängigen Tourismus-Messen berücksichtige: Auch auf den Marktplätzen des Ruhrgebiets müsse für Altena geworben werden. Die Pfunde, mit denen (nicht nur) dort gewuchert werden soll: Kultur und Geschichte, Events und natürlich Natur und mit ihr verknüpfte Aktivitäten. Gruß-Rinck ermahnte die Altenaer, auf der Lenneuferpromenade für Leben zu sorgen – „Mittelaltermarkt alleine reicht nicht“ sagte sie, immer wieder müsse es dort (auch kleinere) Aktivitäten geben, auch die Jugend müsse angesprochen werden. Wer das bezahlen soll? In diesem Zusammenhang fiel das Wort „Drahtbarone“, Gruß-Rinck appellierte an deren „sponsorische Verantwortung“.

Dr. Smidt hatte erkannt, dass das alles mit den derzeitigen personellen Kapazitäten nicht zu machen ist – mit Gundula Flusche kümmert sich im Rathaus gerade mal eine Mitarbeiterin um den Fremdenverkehr, insgesamt gibt die Stadt dafür im Jahr rund 45 000 Euro. Smidt hält mindestens zwei Mitarbeiter für erforderlich und zusätzlich noch Ausgaben für Agenturen und andere Partner.

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