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Fahrradfahrer im MK bekommen Lieferprobleme stark zu spüren

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Von: Hildegard Goor-Schotten

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Bloß nicht absteigen: Radfahren tut auch im hohen Alter noch gut
Auch bei Senioren sind Pedelecs begehrt. Aber: Keine Chips, kein Elektroantrieb. © dpa Tobias Hase

Der Suezkanal ist weit weg. Sehr weit. Aber wenn da, wie im Juli, ein Container-Schiff auf Grund läuft, ist der Rumms bis nach Altena spürbar. Zum Beispiel in Jans Radland.

Auf 23 Fahrräder hat Geschäftsführer Jan Slejfir im Sommer dringend gewartet. Die werden in Deutschland gebaut – aber die Rahmen kommen aus Taiwan. Und die lagen? Richtig. In einem der betroffenen Container. „Erst quer im Kanal, danach beschlagnahmt in Ägypten“, erzählt er. Mit etwas mehr als drei Monaten Verzug konnten die Räder gebaut und geliefert werden.
Dieses Beispiel steht stellvertretend für Probleme, die nicht nur der Radspezialist in Altena aktuell hat. Ein klassisches Weihnachtsgeschäft gibt es schon lange nicht mehr. „Vor Jahren haben wir gezielt für Weihnachten Räder für Jugendliche geordert, oft im dreistelligen Bereich. Die Zeiten sind vorbei“, sagt Jan Slejfir: „Heute werden die Räder dann gekauft, wenn sie gebraucht werden und direkt zum Einsatz kommen können.“ Also vor allem in der wärmeren Jahreszeit. Gut beraten ist aber, wer sich trotzdem rechtzeitig um den fahrbaren Untersatz kümmert. „Wer im März oder April sein Wunschbike haben möchte, sollte jetzt kommen“, empfiehlt er.

Boom hälkt seit zwei Jahren an

In den vergangenen zwei Jahren haben vor allem die Corona-Beschränkungen, die wenig zuließen, für einen Zweiradboom gesorgt. „Im Sommer waren wir so gut wie leer gekauft. Wir hatten gerade mal drei E-Bikes da. Selbst an Gebrauchträdern war fast alles weg“, berichtet Slejfir. Das hat sich etwas beruhigt, auch wenn man mit Reparaturen und Inspektionen immer noch sehr gut zu tun habe und die Kunden in nicht so dringenden Fällen ein klein wenig Vorlauf einplanen sollten.
Schwieriger wird es mit dem Kauf des Traumrads. Wer konkrete Vorstellungen hat, braucht meist Geduld. Der Radladen in Altena hat wie die großen Autobauer mit Beschaffungsschwierigkeiten zu kämpfen. „Es fehlen zum Beispiel Chips für die E-Bikes. Die Räder stehen hier in Deutschland fix und fertig beim Hersteller, aber die Akkus können nicht eingebaut werden.“ Lieferzusagen seien oft vage. Räder, die vor vier Wochen kommen sollten, sind jetzt fürs Frühjahr angekündigt.

Preissteigerungen absehbar

Auf der anderen Seite wurden Bikes geliefert, mit denen man in dem Moment nicht gerechnet hatte. „Wir haben aktuell wieder einiges im Laden stehen, das ist sehr positiv“, so der Geschäftsführer: „Einiges ist reserviert, aber momentan ist auch noch relativ viel direkt verfügbar.“ Wer über ein neues Rad nachdenkt, sollte also nicht allzu lange zögern. Und das auch noch aus einem anderen Grund: „Alles, was jetzt da ist, ist noch günstig. Was kommt, wird teurer.“ Allein die Transportkosten hätten sich in der letzten Zeit verdreifacht: globale Entwicklungen mit Auswirkungen, die bis nach Altena reichen.

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