Drahtrolle „Am Hurk“ soll Leader-Region voranbringen

Friedrich Wilhelm Klinke stellte die Drahtrolle Hurk vor. Sie ist dem Wanderweg „Von Rolle zu Rolle“ angeschlossen.

Altena - Unzählige Projekte könnten die Lenneschiene als Leader-Region voranbringen - die Drahtrolle „Am Hurk“ zählt zu den beispielhaften Starterprojekten, das der Heimatverein Evingsen mit den EU-Fördermitteln voranbringen möchte. Dessen Vorsitzender Friedrich-Wilhelm Klinke hielt am Mittwoch einen beeindruckenden Vortrag bei der Abschlussveranstaltung des Bewerbungsverfahrens in Finnentrop.

Seine Hausaufgaben hat der Heimatverein bereits gemacht: Das EU-Programm „Liaison entre actions de développement de l’économie rurale“ (Leader) erfordert gute Netzwerkarbeit. Die hat der Heimatverein geleistet, indem er sich der Industriekultur-Initiative WasserEisenLand angeschlossen hat und das Drahtmuseum ins Boot geholt hat. Dessen Mitarbeiter sollen nach Möglichkeit jeden begeisterten Gast direkt nach Evingsen weiterleiten. Denn an der Drahtrolle Hurk sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen geplant, mit denen auch ein neues museumspädagogisches Konzept einhergehen wird.

„Wir möchten viele Zielgruppen packen“, erklärt Friedrich Wilhelm Klinke. Dazu zählen nicht nur Tages-, sondern auch Mehrtagestouristen, die in ihren Altenaer Aufenthalt ein Draht-Paket einplanen könnten. Wandergruppen können einen Abstecher vom Höhenflug auf dem Drahtrollen-Weg sieben Standorte ansteuern, von denen fünf der historischen Industriestätten noch in einem sehr guten Zustand erhalten sind. Klinke will Abnehmer Altenaer Drahtprodukte direkt nach dem Kundengespräch in den örtlichen Draht-Unternehmen zum Hurk führen. „Und es soll selbstverständlich werden, dass Gäste des Naturfreundehauses eine Führung bei uns mitmachen“, ist die Zukunftsvision des Vereins.

Eine neue Beschilderung soll spontanen Gästen eine selbstständige Außenbesichtigung ermöglichen. In der Drahtrolle selbst müssen Maschinen instandgesetzt werden, das Wasserrad benötigt eine Überarbeitung. Eine Innenklimatisierung, die die Exponate dauerhaft schützt und erhält, steht als weiterer Punkt im Maßnahmenkatalog. Natürlich kostet es Geld, die Industriestätte auf den neusten Stand zu bringen. Klinke rechnet mit 50 000 Euro. Ein Leader-Projekt kann mit bis zu 65 Prozent aus EU-Geldern bezuschusst werden. Vielleicht ist das gut durchdachte Konzept der Evingser ein ausschlaggebender Punkt in der Bewerbung der Lenneschiene als LeaderRegion.

In der kommenden Woche ist Einsendeschluss für die Bewerbung, die beim Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in Düsseldorf einzureichen ist. Erst einige Wochen und Monate später wird sich entscheiden, ob die kooperierenden Kommunen Leader-Region und welche Projekte gefördert werden.

„Wenn’s klappt, ist es gut. Wir haben aber auch einen Plan B“, so der Heimatvereinsvorsitzende. Auch unabhängig davon, dass Fördermittel fließen, soll die Drahtrolle erstrahlen Gleiches gilt für die Dahler Leader-Beiträge: Den Sagenwald, den Dorfplatz, das Freibad und die Anbindung an den Sauerland Höhenflug.

Von Ina Hornemann

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