Peter Pranges Buchverfilmung "Unsere wunderbaren Jahre" 2020 in der ARD

Deutsche Stars drehen Altenaer Geschichte - hier wird die Burg "gedoubelt"

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Die Stars und der Autor: Peter Prange (2.v.l.) mit einigen Hauptdarstellern wie Katja Riemann und Anna Maria Mühe.

Altena – Staraufgebot: Viele deutsche TV-Stars drehen gerade "Unsere wunderbaren Jahre" nach dem Buch von Peter Prange aus Altena. Im Film bekommt auch die Burg ein Double.

Die Dreharbeiten zum ARD-Mehrteiler „Unsere wunderbaren Jahre“, der nach der Vorlage des Romans von Peter Prange aus Altena entsteht, gehen in eine wichtige Phase: Die Filmcrew und eine große Gruppe namhafter Schauspieler haben sich für die Szenen getroffen, die in und an der Burg Altena spielen. 

Die wird allerdings gedoubelt: vom Schloss Burg an der Wupper, idyllisch im nicht allzu fernen Solingen gelegen. Dort wurden die Geschichte und ihre Darsteller auch der Presse präsentiert. Im Rittersaal des historischen Gebäudes stellten sich namhafte Schauspieler den Fragen. 

Top-Schauspieler von Mühe bis Riemann

Im Mittelpunkt der Handlung stehen neun Charaktere: Das Ehepaar Christel und Eduard Wolf, gespielt von Katja Riemann und Thomas Sarbacher. Elisa Schlott, Vanessa Loibl und Anna Maria Mühe spielen ihre Filmtöchter Ulla, Gundel und Margot Wolf. 

Katja Riemann und Co.: Diese TV-Stars drehen "Unsere wunderbaren Jahre"

Diese Damen lernen die jungen Männer Benno Krasemann, Jürgen Vielhaber und Tommy Weidner kennen und lieben. Gespielt werden diese Rollen von Franz Hartwig, Ludwig Trepte und David Schütter. Hans-Jochen Wagner mimt den Geschäftsmann Walter Böcker. 

Damit ist die Cast-Liste noch lange nicht erschöpft: Es treten für den Fernsehfilm noch zahlreiche weitere Top-Schauspieler vor die Filmkamera. 

Die steht leider nur selten in Altena. Peter Prange (63), der Buchautor der Geschichte, hat sich damit abgefunden. Er freut sich vielmehr, wie sein Buch nun richtig lebendig wird. Erst vor wenigen Wochen war er mit der Regisseurin Emilia Wieding in der Burgstadt unterwegs, die ein „Making of“ für die Verfilmung dreht. Dass diese Produktion realisiert wird, sieht Prange als große Ehre für Altena. 

Dreh auf der Burg logistisch nicht machbar

Natürlich wäre auch ihm lieber gewesen, es hätten mehr Szenen in seiner Heimatstadt gedreht werden können, erzählt er. Doch er habe volles Verständnis dafür, dass dies einfach nicht realisierbar war. Filme werden mit hoher Perfektion und viel Liebe zum Detail gedreht, allerdings resultiert daraus auch ein enormer Aufwand. Die Crew reiste mit mehreren Dutzend Fahrzeugen zum Schloss Burg in Solingen. Das wäre in Altena logistisch völlig undenkbar gewesen. Schon in Solingen mussten große Teile der Ausrüstung auf kleinere Lieferwagen umgeladen werden, weil die üblichen 7,5-Tonnen-Transporter nicht auf das Gelände passten. 

Das sind Herausforderungen, mit denen sich die Schauspieler nicht beschäftigen müssen. Die Darsteller haben ohnehin ein strammes Pensum zu leisten und einen durchgetakteten Terminplan bei den Dreharbeiten. Das ist in diesem Job normal, der Auftritt in historischem Gewand jedoch nicht unbedingt. 

Im Vorfeld über Altena informiert

Die Schauspieler, deren Filme oft in der heutigen Zeit spielen, freute das: Anna Maria Mühe sieht im Kostüm eine große Erleichterung, die Rolle anzunehmen. Katja Riemann sprach von einer Zeitreise, einer Imagination. Hans-Jochen Wagner fand sein Kostüm „warm“, verriet er schmunzelnd. Später erklärte er, dass Kostüme die Figur und ihre Bewegungen prägen würden. 

Für den Tatort-Darsteller eine willkommene Abwechslung. Die Stadt Altena, die als Ort der Handlung eine große Rolle spielt, ist dem in Tübingen geborenen Wahl-Berliner geläufig. Nach eigenem Bekunden hat er sich im Vorfeld der Dreharbeiten informiert, was die Burgstadt ausmacht. 

Was kauft man sich von 40 DM?

Nun beginnen die „wunderbaren Jahre“ mit der Währungsreform: Am 21. Juni 1948 drängeln sich die Bewohner Altenas vor der örtlichen Bank. Jeder Bürger, egal ob Widerstandskämpfer oder Nazi, erhält 40 druckfrische D-Mark. Das ist der Startschuss für die Geschichten, die sich in dem Roman vereinigen.

Auf die Frage, was die Schauspieler selbst in dieser Situation mit dem Geld anfangen würden, gab es sehr ernste Antworten. „Das war eine Zeit voller Entbehrungen, da kann man sich nur schwer hineinversetzen“, sagte Katja Riemann. Die von ihr gespielte Christel Wolf hätte sich wohl Porzellan gekauft.

Für Anna Maria Mühe war die Sache klar: Das Geld wäre für Lebensmittel ausgegeben worden. Eine berührende Antwort kam von ihrer Filmschwester Vanessa Loibl: Gundel hätte sich „die Liebe ihres Vaters erkauft“. 

Zweite Verfilmung von Prange-Roman

Etwa eine Woche laufen die Dreharbeiten in Solingen, dann sind wesentliche Teile der von Prange Geschichte geschriebenen im Kasten. Für ihn ein aufregendes Erlebnis, auch wenn es nach „Das Bernstein-Amulett“ schon die zweite Verfilmung eines seiner Bücher ist.

Dass es nun aber eines mit autobiografischen Zügen ist, freut ihn besonders. Nur stolz ist er nach eigenem Bekunden nicht, Stolz sei nicht seins. Doch ganz leer wird Altena in Bezug auf Dreharbeiten wohl nicht ausgehen. Aus Produktionskreisen war zu erfahren, dass es auch Aufnahmen dort geben wird, denn die Burg soll im Original in Szene gesetzt werden. Wie sie dann im Fernsehen wirkt, wird 2020 zu sehen sein.

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