Was macht ein Bürgermeister am Tag?

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein an seinem Schreibtisch im Rathaus. Foto: Bender

Altena -   Wer macht was im Rathaus? Diese Frage beantwortet der Stellenplan. Er listet detailliert auf, wie lange sich einzelne Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit ihren Aufgaben beschäftigen.

91 Prozent ihrer Arbeitskraft widmet Barbara Langos der Kultur – diese Aussage des Stellenplans überrascht nicht wirklich. Interessanter ist da ein Blick auf den Bürgermeister, der sich naturgemäß mit besonders vielen Aufgaben befassen muss.

Neun verschiedene Arbeitsbereiche listet der Stellenplan für Dr. Andreas Hollstein auf. Mit der „Allgemeinen Sicherheit und Ordnung“ ist er danach (einen Achtstundentag vorausgesetzt) in nicht mal fünf Minuten durch, um die Wirtschaftsförderung kümmert er sich 19,2 Minuten und jeweils 24 Minuten um das Personal- und das Finanzmanagement.

Nur für Außenstehende überraschend ist, dass sich der Bürgermeister gut anderthalb Stunden pro Tag mit der Bauaufsicht befasst. Das sei der Tatsache geschuldet, dass der Fachbereich Bauen seit Erich Stievermanns Pensionierung von ihm mitgeleitet werde, erklärt Hollstein. Durch die Änderung der Verwaltungsorganisation, die zum Jahreswechsel greift, werde es hier sicher Verschiebungen geben.

192 Minuten pro Tag befasst sich Hollstein mit Verwaltungsführung, für die politischen Gremien hat er 38,4 Minuten übrig. Kultur findet beim Bürgermeister gar nicht statt – und das, obwohl er Vorsitzender des Kulturrings ist. Das sei halt ein Ehrenamt, das im Stellenplan keine Berücksichtigung finde, erklärt das Stadtoberhaupt.

Die Zuordnung von Stellen zu bestimmte Aufgabenbereiche erfolgt auf der Grundlage von Listen, die die Mitarbeiter selbst führen – und zwar nicht kontinuierlich, sondern von Zeit zu Zeit, wie Hollstein erläutert. „Da kann es natürlich passieren, dass man ein Thema, mit dem man sich vor geraumer Zeit mal sehr intensiv beschäftigen musste, schlicht vergisst“, räumt er ein.

Grund für genaue Auflistung der Tätigkeitsbereiche jedes Rathausmitarbeiters ist das Neue Kommunale Finanzmanagement. Es hat den Anspruch, für jedes „Produkt“ die genauen Kosten zu ermitteln.

Beispiel Immobilienmanagement: Für jedes städtische Gebäude werden die Kosten ermittelt und den Benutzern (meist im Zuge einer internen Verrechnung) in Rechnung gestellt. Dabei spielen nicht nur die Kosten für Strom, Versicherungen und Finanzierung eine Rolle , sondern auch das Gehalt von Uwe Krischer. Der beschäftigt sich etwa ein Drittel seiner Arbeitszeit mit diesem Thema, dementsprechend wird ein Teil seines Gehaltes auf Rathaus, Feuerwache und andere städtische Immobilien umgelegt.

von Thomas Bender

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