Arbeiten am Dönerspieß ist im Ramadan nicht leicht

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Fastenzeit steht Tasdemir Mesut im Dönerhaus an der Banhofstraße hinter der Theke.

ALTENA ▪ Heute beginnt für die Muslime der traditionelle Fastenmonat Ramadan. Und auch in Altena übt man sich im Verzicht. Aber fasten und gleichzeitig im eigenen Dönerimbiss Essen verkaufen, passt das zusammen? Oder stehen die Fleischspieße in der Burgstadt nun vier Wochen still?

Nicht jedenfalls bei Derya und Sezer Firat. Das junge türkischstämmige Ehepaar hat Anfang des Jahres den Imbiss Bay Kebap am Stapel Center übernommen und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Die beiden fasten jedes Jahr, doch als Imbissbesitzer haben sie noch keine Erfahrung mit dem Fastenmonat gesammelt. So ist es Muslimen im Ramadan nur gestattet vor Sonnenaufgang beziehungsweise nach Sonnenuntertgang zu Essen und zu Trinken.

Zubereitung ist kein Hindernis

Das Ehepaar Firat weiß noch nicht genau, wie sie mit der veränderten Situation umgehen sollen. „Wir haben gerade noch drüber gesprochen“, sagt Derya Firat mit einem Lächeln. Zwar darf tagsüber im Ramadan nicht gegessen werden, Speisen zuzubereiten ist allerdings kein Hindernis. „Es ist nicht verboten mit Essen zu arbeiten“, erklärt Firat. Probleme gibt es nur beim Abschmecken von Saucen. „Das muss jemand machen, der nicht fastet.“ Obwohl sie nur mit etwas weniger Betrieb als sonst rechnen, wollen die beiden Jungunternehmer áuf die Fastenzeit reagieren und vielleicht selbstgebackenes Brot anbieten. „Brot ist ein Grundnahrungsmittel und wird nach Sonnenuntergang viel gegessen“, so Derya Firat. Sie selbst weiß, wie schwierig es ist auf Essen zu verzichten, wenn einem den ganzen Tag die leckeren Gerüche in die Nase steigen, „Es ist sehr schwer, aber wir machen es gerne“, sagt die 19-jährige. Ihrem Mann Sezer fällt das Fasten etwas leichter. „In der Fastenzeit will ich gar nicht essen, dann ist das für mich kein Problem“, erklärt der Imbissbesitzer.

Jeden Tag türkische Spezialitäten

Auch Tasdemir Mesut fastet ab heute. Seit einem Jahr steht er am Dönerhaus an der Bahnhofstraße hinter der Theke und verkauft jeden Tag türkische Spezialitäten. „Nichts essen ist gar nicht das Schlimmste, es ist das Trinken“, erklärt Mesut. Besonders wenn der Imbiss durch den Dönerspieß und auch durch die Sommerhitze aufgeheizt wird. Viel Lüften heißt dann die Devise.

Er glaubt, dass in diesem Jahr der Ramadan besonders hart wird. Durch die langen Sommertage darf von sechs bis 21 Uhr, also 15 Stunden, weder getrunken, noch gegessen werden. Aus Erfahrung weiß er, dass die erste Woche der Fastenzeit die Schlimmste ist. „Da fällt es einem besonders schwer, danach gewöhnt man sich dran.“ Die Motivation trotzdem durchzuhalten zieht Mesut aus seinem Glauben. Er fastet aus Überzeugung. Allerdings macht sich der Essensverzicht in der körperlichen Fitness bemerkbar. „Man fühlt sich schlapp und ist in den Gedanken beim Essen“, sagt der Imbissmitarbeiter.

Betrieb läuft langsamer als sonst

Doch anstatt Zuhause zu bleiben, läuft der Betrieb im Dönerhaus normal weiter. Nur ein wenig langsamer als sonst, gibt Tasdemir Mesut zu. „Man muss sich halt ein wenig schonen“, erklärt er. Auch im Umsatz macht sich der Ramadan bemerkbar, so gibt es erfahrungsgemäß etwas weniger Kundschaft. Doch trotz des eigenen Hungers hat Mesut kein Problem damit, auch während des Ramadans die leckeren Dönertaschen zu füllen und zu verkaufen. „Man soll jeden Tag etwas Gutes tun“, lächelt er. ▪ Carolin Hüppe

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