Ruhr-Sieg-Strecke gesperrt

Arbeiten an der Bahnstrecke: Das passiert im Lennetal

Viel zu tun auf den Schienen: Beim Starkregen Mitte Juli wurden auch Gleise in Altena beschädigt. Diese werden derzeit instand gesetzt. Parallel dazu läuft der Um- und Ausbau des Haltepunkts weiter.
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Viel zu tun auf den Schienen: Beim Starkregen Mitte Juli wurden auch Gleise in Altena beschädigt. Diese werden derzeit instand gesetzt. Parallel dazu läuft der Um- und Ausbau des Haltepunkts weiter.

Es ist kaum zu übersehen, dass an der Lenneschiene im Augenblick viel gearbeitet wird. Derzeit verkehren die Züge aus Richtung Siegen nur bis Werdohl, weil es an der Strecke zwischen Altena und Hagen erhebliche Schäden gibt. Die Bahn äußert sich nun zu den Hintergründen und weiteren Planungen.

Altena/Nachrodt – Nach dem Unwetter Mitte Juli ist die Ruhr-Sieg-Strecke gesperrt worden. In der Burgstadt wird derzeit mit Hochdruck an den Gleisen gearbeitet. „Die betriebslose Phase nutzen wir selbstverständlich, um an allen Ecken und Enden anzupacken und die Strecke fit und zukunftsfähig zu machen“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn.

Das Hochwassers hatte die Gleise in einigen Bereichen unterspült. Das ist problematisch, denn „sobald das Gleis nicht mehr auf dem Schotter aufliegt, können keine Züge mehr darüber fahren“, erklärt die Sprecherin. Es reiche schon aus, wenn eine Handbreit Platz zwischen dem sogenannten Gleisoberbau und der tragenden Schotterschicht ist.

Je nach Ausprägung der Unterspülung variiert die Art der Reparatur: Eine Möglichkeit ist, den Gleisoberbau aufwendig zu erneuern. „Das kommt vom Aufwand her einem Neubau gleich“, sagt die Bahnsprecherin. Diese Reparatur ist vor allem bei starken Unterspülungen notwendig. Ist die Situation nicht ganz so schlimm, kann die Lücke zum Gleisunterbau mit sogenannten Gleisstopfmaschinen wieder aufgefüllt werden. Auf diese Weise werden auch die Schäden in Altena behoben.

Wenn die Ruhr-Sieg-Strecke gesperrt ist, stellt sich die Frage, ob nicht auch gleich andere Arbeiten erledigt werden können, die die Bahn ohnehin für den Streckenabschnitt geplant hatte. So steht zum Beispiel der Neubau von Lärmschutzwänden an – unter anderem im Bereich der Kernstadt. „Größere Maßnahmen werden nicht vorgezogen“, teilt die Bahnsprecherin mit.

Dazu zähle auch der Austausch fehlerhaft montierter Schallschutzelemente, für den die Lüdenscheider Straße zwischen Pott-Jost-Brücke und der Einmündung Südstraße Ende September voll gesperrt werden soll. „Geplante Arbeiten werden planmäßig durchgeführt. Absolute Priorität hat erstmal, die Strecke wieder ans Laufen zu bringen“, unterstreicht die Bahnsprecherin.

„Natürlich wäre es unsere Traumvorstellung gewesen, Arbeiten vorzuziehen, um damit schneller fertig zu sein. Wir müssen die Arbeitskraft derzeit aber für den Wiederaufbau und die Instandhaltung der Schiene bündeln.“ Lediglich solche Baumaßnahmen, mit denen schon vor dem Jahrhundert-Regen begonnen wurde, werden nun parallel zur Reparatur fortgeführt. So hatte man bereits angefangen, den derzeitigen Haltepunkt in Altena wieder zu einem Bahnhof um- und auszubauen. Die Umrüstung der Schienen und der Bau eines neuen Stellwerk-Häuschens werden aktuell fortgesetzt.

Höchste Priorität habe bei der Bahn jedoch der Wiederaufbau von Strecken, „damit überhaupt wieder etwas rollen kann“, betont die Bahnsprecherin. Das beschränkt sich nicht nur Altena und die Lenneschiene: Im Ahrtal zum Beispiel wurden ganze Brücken weggerissen, die man nun neubauen müsse.

Wie lange es noch dauern wird, bis Züge auf der Ruhr-Sieg-Strecke wieder fahren können, das ist noch nicht klar. Denn dafür muss die Strecke durchs Lennetal nicht nur in Altena repariert werden, sondern „es finden überall Begehungen und gegebenenfalls Arbeiten statt“. So auch in anderen Kommunen wie dem vom Hochwasser ebenfalls stark betroffenen Nachrodt-Wiblingwerde.

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