Arbeit in Eigenbetrieben läuft jetzt besser

ALTENA ▪ Über rote Zahlen unterhielten sich am Abend die Mitglieder des Betriebsausschusses – und erfuhren dabei, dass die im vergangenen Jahr erfolgte Abwahl von Otto Korn den Eigenbetrieben manchen Euro gekostet hat. Sie mussten sich an Pensionsrückstellungen beteiligen, weil Korn dort als Werksleiter tätig war.

Auch das habe zu höheren Personalausgaben geführt und damit auch zu den Defiziten bei Bäderbetrieb, Bauhof und Abwasserwerk beigetragen, erklärte Michael Neuhaus. Der Wirtschaftsprüfer der Märkischen Revision ist ein echter Insider, wenn es um die Stadtverwaltung und deren Töchter geht. Seit Jahren prüft er dort die Bücher und die Jahresabschlüsse. In einem Schlusswort stellte er gestern fest, dass die Arbeit in den Eigenbetrieben jetzt besser laufe als im Jahr 2008, also in der Endphase der Ära Korn: „Die Leute machen einen guten Job“, lobte er. In der Vergangenheit habe es mehr Probleme gegeben. Positiver Nebeneffekt: Die Gebühren für die Prüfungen werden niedriger ausfallen.

Besonders sensibel ist das Minus von rund 240 000 Euro im Abwasserwerk – es könnte Grund für eine Gebührenerhöhung sein. Neuhaus stellte aber heraus, dass es neben der Einmal-Zahlung für Korns Pension noch weitere Sondereffekte gab, zum Beispiel einen deutlichen Rückgang des Wasserverbrauchs, der womöglich der Wirtschaftskrise geschuldet und deshalb nicht von Dauer sei. Außerdem wurde eine Rückstellung von über 100 000 Euro für den Fall gebildet, dass offene Forderungen nicht mehr eingetrieben werden können. Für eine Erhöhung der Abwassergebühr zum Jahreswechsel sehe er angesichts dieser Tatsachen keinen Anlass, schlussfolgerte Rüdiger Groll, der für den Stadtsportverband im Ausschuss sitzt. Zurückhaltender äußerte sich Stadtwerkechef Marc Bunse, der im Nebenjob neuer Leiter des Abwasserwerkes ist: „Wir müssen sehen“. Für Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein ist der Jahresabschluss 2009 der Beweis dafür, dass die Stadt Wort gehalten hat – die Einführung der neuen, differenzierten Abwassergebühr habe nicht zu Mehreinnahmen geführt, sagte er. Allerdings hatte Neuhaus zuvor erklärt, dass die Stadt selbst nun weniger zahlt als früher. Sie musste schon vor der Einführung der Niederschlagsgebühr für die Straßenentwässerung bezahlen. Diese Ausgabe sank um 200 000 Euro und entlastet nun den Haushalt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare