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„Müssen das Rad nicht neu erfinden“: Nicht alle Apotheken impfen

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Von: Ines Engelmann

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Hier gibt es bald Corona-Impfungen: In der Markt-Apotheke in Altena.
Hier gibt es bald Corona-Impfungen: In der Markt-Apotheke in Altena. © Marktapotheke/Krummenerl

Endlich ist es soweit: Seit dem 8. Februar dürfen Apotheken gegen Corona impfen. Die Apotheken in der Burgstadt reagieren unterschiedlich auf diese Möglichkeit. Einige erfüllen die Voraussetzungen nicht, andere sind schon dabei, Termine zu vergeben.

Altena/Nachrodt – Während die Bahnhof-Apotheke die räumlichen Voraussetzungen nicht erfüllt, um überhaupt Impfungen anbieten zu können, sind die Vorbereitungen in der Marktapotheke bereits im vollen Gange. „Mit Blick auf die Pandemie unterstützen wir natürlich gerne beim Impfen. Umso mehr geimpft sind, umso besser ist es für uns alle“, sagt Mitarbeiterin Maike Krummenerl.

Die strengen Voraussetzungen dafür hat die Marktapotheke schon länger erfüllt: „Da wir die Grippeschutzimpfung schon anbieten dürfen, haben wir die nötigen Seminare schon absolviert und haben auch die Räume dafür. Nun müssen wir nur schauen, wie hoch die Nachfrage ist“, sagt Krummenerl mit Blick auf den noch nicht ganz gefüllten Terminkalender für die Corona-Impfung.

Vorbereitungen laufen: Corona-Impfungen nicht immer sinnvoll

Bisher habe es vor Ort noch nicht all zu viele Nachfragen diesbezüglich gegeben. Die Apotheke macht zusätzlich mit Plakaten an den Fenstern auf die Impfung aufmerksam. Termine sind also noch frei und können in der Marktapotheke gerne persönlich oder telefonisch erfragt werden. „Aber wir impfen nicht sofort“, betont Krummenerl. Denn wie bei einer Corona-Impfung beim Arzt, muss auch in der Apotheke alles durchgeplant sein. Denn geöffnete Impfdosen verfallen und müssen deshalb schnellstmöglichst verimpft werden. Ende dieser Woche plant Krummenerl die erste Vakzin-Bestellung für die Apotheke aufzugeben „und nächste Woche kann es dann los gehen“.

Als Konkurrenz zu Ärzten sieht sie sich nicht. „Auch von deren Seite gab es bisher glücklicherweise keine solche Äußerung“, so Krummenerl.

Corona-Impfungen nicht immer sinnvoll: Stern-Apotheke sieht keinen Bedarf

In der Stern-Apotheke wird es künftig keine Corona-Impfungen geben. „Wir sind im Gesundheitszentrum Rahmede. Für uns macht es wenig Sinn die Impfung anzubieten“, sagt Dr. Gerrit Fritsch von der Stern-Apotheke. „Wir müssen das Rad in der Apotheke nicht noch mal neu erfinden. Die Ärzte hier vor Ort impfen. Das genügt.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt bei dieser Entscheidung ist in der Stern-Apotheke auch, dass die Voraussetzungen nur schwer zu erfüllen wären. Sowohl die fehlenden Räume als auch die Schulungen hätte Fritsch erst einmal einrichten beziehungsweise absolvieren müssen. Ein weiteres Problem wäre auch die Bereitstellung von Personal. Denn Mitarbeiter, die gegen Corona impfen, fallen logischerweise bei der pharmazeutischen Arbeit aus. „Ich sehe für uns keinen Vorteil darin, die Corona-Impfung in der Apotheke anzubieten“, sagt Fritsch.

Bei der Lenne-Apotheke in Nachrodt sieht es wiederum ganz anders aus. Die Apothekerin Jacqueline Daly initiierte schon Mitte Dezember vergangenen Jahres ein Impfzentrum in den Apotheken-Räumen. Dass der Bedarf für die Impfstelle in Nachrodt da ist, zeigte sich schon bei der Eröffnung. Stolze 50 Impfungen wurden am ersten Tag durchgeführt. Mittlerweile gibt es in der Apotheke sogar Kinderimpftage, bei denen Maskottchen Käpt´n Blaubär beim Pieks tapfer Händchen hält. In der vergangenen Woche wurden so acht Mädchen und Jungen zwischen fünf und elf Jahren von einem Kinderarzt geimpft.

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