Apollo-Chefin hat keine Angst vor Netflix

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Filme projiziert Nicole Güldner in ihrem Apollo-Service-Kino längst digital. Dass Filme – wie links im Hintergrund zu sehen – auf großen Rollen aufgelegt werden, ist Vergangenheit.

Altena - Blockbuster zur Erstausstrahlung im Kino zeitgleich zu Hause sehen – für Video-on-Demand-Dienste wie Netflix könnte das die Zukunft sein. Für die Kinos das Ende?

Nicole Güldner, Besitzerin des Apollo-Service-Kinos, fühlt sich für solch einschneidende Veränderungen gewappnet. Was bewegt die Menschen dazu, ins Kino zu gehen? Diese Frage stellt sich Güldner seit 1994 immer wieder. 

Sie führt das Apollo-Kino in der 4. Generation und hat so manche Höhen und Tiefen der Film- und Kino-Welt miterlebt – und überstanden. „Du musst dich ständig neu erfinden“, sagt Güldner. „Wir sind marktführend in Bild- und Tontechnik, die Leute kommen aus dem ganzen Ruhrgebiet zu uns.“ 

Die anderen Kinos toppen

Mehr als 30.000 Besucher finden jährlich den Weg ins Apollo-Kino. „Man muss immer daran denken: Auf dem Weg zu mir fahren viele an bestimmt zehn anderen Kinos vorbei“ – diese gelte es zu toppen. Zum Beispiel mit einem besonderen Service. 

Kinos müssen eine eigene Marke sein, dann sieht Güldner auch keine Probleme für die Zukunft: „Hier wird ein Film nicht einfach nur angesehen, hier wird er zelebriert.“ Durch die Nähe zum Kunden, ein breites Angebot und jede Menge Herzblut. „Kino ist Magie – das wirst du zu Hause nie haben“, ist sich Güldner sicher. 

Blockbuster müssen Kinos vorbehalten sein

Dass Video-on-Demand-Dienste das zeitgleiche Streaming schon bald anbieten, sieht sie jetzt noch nicht. Räumt der Vorstellung aber eine Möglichkeit ein: „Vielleicht könnte eine kleine Auswahl der vielen Filme online zur Verfügung gestellt werden. Das könnte eine Möglichkeit für Kinos sein, ausgewähltere Blockbuster zu zeigen.“ 

Letztere müssten den Kinos aber zwingend vorbehalten sein: „Sonst schneiden die sich aus der Branche doch ins eigene Fleisch!“, sagt Güldner und erinnert sich: „Vor einigen Jahren kam die Internet-Piraterie verstärkt auf. Das war ein unglaublicher Einschnitt für die Kinos.“ 

Spezialisierte Film-Auslese

Sollten Filme noch früher per Streaming zur Verfügung gestellt werden, sieht sie diese Gefahr erneut aufkommen. „Das macht es für die Leute noch einfacher, Filme illegal zu Vervielfältigen.“ 

Doch selbst für den härtesten Fall hat Güldner Ideen parat: Konzerte und Liveübertragungen auf großer Kino-Leinwand oder eine spezialisierte Film-Auslese könnten Optionen sein. „Mit unserem Sound-System hört man Töne, die waren vorher nicht existent.“

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