Anwohner stemmen eine Million Euro

Die Niedermöllerstraße: Das jahrzehntelange Provisorium soll kommendes Jahr beseitigt werden.

Altena - Wenn’s um Geld geht, finden auch Bürgerversammlungen nichtöffentlich statt. So informierte Stadtplaner Roland Balkenhol am Montag mehr als 80 Bürger aus Dahle zum Stand des geplanten Ausbaus der Niedermöllerstraße.

Vorweg: Der Stadtbedienstete bezeichnete die Atmosphäre der Veranstaltung in der dortigen Grundschule als sehr sachlich. Er gab dort detailliert Auskunft über das weitere Prozedere.

Nach dem entsprechenden Ratsbeschluss, die Straße endgültig fertig zu stellen, gibt es aktuell die Vorentwurfsplanung. Im Rathaus geht man davon aus, mit den Arbeiten etwa um Ostern des kommenden Jahres zu starten. Dann liegt die entsprechende Ausführungsplanung vor und die Ausschreibungen sind auch gelaufen.

Grundsätzlich kalkuliert die Stadt mit Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro. Gemäß gesetzlicher Vorgabe müssen davon die Bürger 90 Prozent tragen, also vermutlich rund eine Million Euro aufbringen. Was sie zu zahlen haben, regelt das Gesetz, ist aber abhängig von der Grundstücksgröße. In Dahle werden in der Regel fünfstellige Euro-Beträge fällig werden. Beispiel: Wer ein 500 Quadratmeter großes Grundstück besitzt, wird mit etwa 15 000 Euro zur Kasse gebeten.

Dahle sei stadtweit kein Einzelfall, so Balkenhol. So informierte er kürzlich auch die Anwohner des Giebelweges in Evingsen, die ebenfalls Anliegerbeiträge zahlen müssen.

Mit einem Beitragsbescheid müssen die Bürger nicht vor 2016 rechnen. Wer das nicht hinnehmen will, kann natürlich den Klageweg beschreiten. Allerdings gab Balkenhol zu bedenken, dass entrichtete Anliegerbeiträge und gezahlte Erschließungskosten grundsätzlich das Vermögen steigern. Denn: In der auch für Dahle gültigen so genannten Bodenrichtwertkarte für Grundstückspreise steigen die Quadratmeterpreise für Bauland deutlich. Der Gesetzgeber spräche deshalb von einer Investition ins eigene Vermögen, so Balkenhol.

Von Johannes Bonnekoh

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