Anwohner gegen Ausbau der Niedermöllerstraße / Altes Schreiben vom Amt

Niedermöllerstraße: Anwohner wollen Ausbau nicht zahlen

Die Niedermöllerstraße im mittleren Bereich. So wie hier zeigt sich der Zustand der Fahrbahn fast überall. Die Anwohner möchten keinen Ausbau – oder aber zumindest nicht an den Kosten der Maßnahme beteiligt werden. Fotos: Keim

Altena - Das Vorhaben der Stadt, die Niedermöllerstraße auszubauen, hat viele Anwohner auf den Plan gerufen. Sie fürchten eine hohe Kostenbelastung durch Anliegerbeiträge – und sie verweisen darauf, dass ihnen in der Vergangenheit zugesichert worden sei, dass sie von diesen Beiträgen befreit sein würden.

Zudem, so ein weiteres Argument der Dahler Bürger, sei die Straße in einem durchaus passablen Zustand.

Auf einer Länge von etwa 700 Metern verläuft die Niedermöllerstraße im Dahler Norden von der Einmündung an der Hochstraße als Parallelstraße der Hasenkampstraße, auf die sie schließlich wieder einmündet.

Es handelt sich um eine reine Wohnstraße. Die Straßenränder sind unbefestigt, ein Bürgersteig fehlt auf fast der gesamten Länge. Der Oberfläche der Straße ist anzusehen, dass es hier in den letzten Jahren oder Jahrzehnten mehrfach zu „Eingriffen“ oder Reparaturen gekommen ist.

Der Bürgerantrag, den Ausbau der Straße zu stoppen – oder ersatzweise keine Kosten auf die Anwohner umzulegen (AK berichtete) – ist gestern im Rathaus eingegangen. Das bestätigte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. Es handelt sich genau genommen um „Anregungen und Beschwerden“ nach Paragraf 24 der Gemeindeordnung – sie sind an die Stelle des früheren Bürgerantrags getreten. Den Eingang des Schreibens wollte der Verwaltungschef am Abend in der Ratssitzung bekanntgeben. Eine Entscheidung über die Eingabe werde es dann in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses (24. November) geben – so sieht es die Gemeindeordnung vor.

Hollstein sagte, es sei seit geraumer Zeit bekannt, dass die Stadt die Straße ausbauen wolle. Das Vorhaben sei aber aufgrund der klammen Stadtkasse mehrfach nach hinten gewandert. Selbstverständlich werde es eine „frühzeitige Bürgerbeteiligung“ geben, und zwar sobald die Stadt eine Vorplanung in der Hand habe. Bei einem Ausbau werde man selbstverständlich auf kleiner Flamme planen – „Sparniveau“ beschreibt es der Bürgermeister.

Noch keine Einschätzung wollte der Verwaltungschef zum Argument der Anlieger abgeben, dass ihnen ein Schreiben der Neuenrader Stadtverwaltung aus dem Jahr 1963 vorliegt (Dahle gehörte einst zum Amt Neuenrade). Aus dem Schreiben soll hervorgehen, dass für die Hasenkampstraße und den Friedhofsweg (heute Niedermöllerstraße) keine Erschließungskosten erhoben werden sollen. Das Schreiben sei dem aktuellen Bürgerantrag jedoch nicht beigefügt gewesen. - von Thomas Keim

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