Antek bringt Farbe ins Altenaer Amtsgericht

Christoph Schulz - besser bekannt unter seinem Künstlernamen Antek (vorne), stellt zurzeit im Amtsgericht aus. Direktor Dieter Neuhoff gab eine Einführung in seine Werke. Das schaffe eine besondere Atmosphäre im Haus des Rechts, stellt er fest Foto: Bonnekoh

Altena -  Das Schwein Konrad hat Antekt alias Christoph Schulz natürlich mitgebracht. Dazu farbige Portraits, Blumenbilder und beispielsweise einen Seerosenteich, bei dem jeder sofort an Claude Monet denkt. 34 Werke sind es insgesamt, die jetzt im Amtsgericht hängen.

Antek, der Künstler mit dem markanten, mit dem besonderen Pinselstrich und der oft außergewöhnlichen Farbgebung, gibt dem Gericht im wahrsten Sinne des Wortes Farbe. Farbe auf drei Etagen. „Ich hoffe, es sehen sich nicht nur Rechtssuchende, sondern auch viele Altenaer diese besonderen Bilder an“, lobte zur Eröffnung am Dienstag, 13. Mai 2014, Amtsgerichtsdirektor Dieter Neuhoff. Er selbst habe schon häufig vor dem ein oder anderen Bild gestanden, als es aufgehängt wurde. „Es zieht einen einfach an.“ Und bekannt vorgekommen sei ihm der Stil auch. Antek konnte helfen: „Ich habe auch auf der Landesgartenschau in Hemer ausgestellt“ – und Neuhoff erinnerte sich.

Antek, der seit acht Jahren an der Kirchstraße 30 ein Atelier betreibt, verkauft die Werke natürlich, die er im Gericht präsentiert. „Und zu mieten sind sie auch!“, fügt er an. Für weniger als sieben Euro am Tag kann man sich eines der Werke beispielsweise für einen Monat in die eigenen vier Wände hängen. „Das ist fast weniger als eine Schachtel Zigaretten“, wirbt Antek und „zudem viel, viel gesünder.“ Der Maler und Bildhauer, der sich längst über Altena einen Namen als Kunstschaffender gemacht hat, sieht sich selbst als Figuralist. Seine Öl-Bilder bezeichnet er als „Werke eines Neugierigen, der bei jedem Bild bei Null anfängt. Fast wie ein Anfänger“.

Doch Anfänger könnten beileibe nicht so mit Pinsel und Farbe umgehen wie Antek. Malen tut er jedoch nur, „wenn ich keine Probleme habe. Dann ist der Kopf voll, das funktioniert nicht“, gibt er einen kleinen Einblick in seine Seele.

Und für das Gemüt, die Seele eines jeden Betrachters, sind auch die großformatigen Bilder, wie es noch einmal Amtsgerichts-Direktor Dieter Neuhoff auf den Punkt brachte. „Wir haben lange Flure. Natürlich sind die hell gestrichen, aber Bilder geben dem ganzen doch eine gewisse Atmosphäre und helfen vielleicht auch beim Gang hinter die Türen.“

Für rund drei Monate sind Anteks-Bilder im Amtsgericht zu sehen. Darunter auch Konrad, das Schwein. Er hat es gemalt, als er persönlich „bei toom beklaut wurde“ und seine Schwester Tage später in der Stadt ebenso. Das Thema der Bilderausstellung „Alles nur geklaut“ sei deshalb eine Metapher. Ein bisschen Anspielung auf das Gericht, ein bisschen Anspielung auf Künstler, die sich behaupten müssten und ein bisschen auch Frust und Ärgerbewältigung - eben das Verarbeiten der Diebstähle.

Zu sehen sind die Bilder täglich montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr. Neuhoff: „Jeder ist uns willkommen.“

Von Johannes Bonnekoh

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