„Anstich“ im Sommer

Hier geht‘s demnächst zur Burg: Die Generalplaner für den Burgaufzug.

ALTENA ▪ Irgendwann im Sommer ist „Anstich“ am Burgberg – „wir stehen also absolut unter Termindruck“, sagte gestern Michael Löffler, der Projektleiter für den Bau des Burgaufzuges. Die Stadt hat ihm in den Vertrag geschrieben, dass 2013 alles fertig sein muss.

Drei Firmen haben sich zusammengeschlossen, um das Projekt zu planen. Da ist zum einen die CDM Consult GmbH aus Bochum, für die Löffler arbeitet. Sie wird sich um den Tunnelbau kümmern, verantwortliche Teilprojektleiterin ist die Diplom-Bauingenieurin Elisabeth Akelbein. Um die Haustechnik, also um den eigentlichen Aufzug und die für den Tunnel erforderlichen technischen Einrichtungen, kümmert die Planungsgesellschaft Karnasch aus Essen. Dritter im Bunde ist der Statiker und Brandschutz-Experte Dr. Ralf Hartmann-Linden.

„Am Anfang haben Planer viele Fragen“, sagte Löffler gestern – damit sei man aber durch, jetzt beginne die Vorplanung für das 5 Mio.-Projekt. Für CDM sei das ein vergleichsweise kleiner, aber sehr reizvoller Auftrag – „das ist ja ein absolut außergewöhnliches Vorhaben“. Normalerweise plant das Unternehmen U-Bahn-Schächte, große Baugruben oder auch Bergwerksschächte – „Spezialtiefbau“ nennt sich das. Elisabeth Akelbein ist über ein Praktikum eher zufällig in diesen Beruf gerutscht und verfügt inzwischen über 12-jährige Erfahrung im Tunnelbau.

Auch der Versorgungsingenieur Ralf Ducqué hat schon größere Kaliber vor der Brust gehabt – zum Beispiel den Reichstag. Für den hat die Planungsgesellschaft Karnasch die komplette Elektroanlage konzipiert.

Gestern kamen alle Planer in Altena zusammen, um hier erneut mit der Verwaltungsspitze und Vertretern des Bauamtes zu diskutieren. Mit dabei war diesmal auch der Kölner Architekt Klaus Holenbeck, der zusammen mit dem Planungsbüro „Projekt 2508“ für das Eingangsgebäude und die Multimedia-Effekte im Stollen verantwortlich zeichnet.

In der kommenden Woche beginnen auf der Burg erste Probebohrungen. Im Prinzip weiß Löffler aber jetzt schon, was ihn erwartet – ein Schiefergestein, das er als „recht freundlich“ bezeichnet. Mit besonderen Schwierigkeiten rechnet er nicht und schon gar nicht mit Gefahren – „dann würden wir das nicht machen“. Nach jetzigem Kenntnisstand werde in erster Linie gesprengt: „Die Anlieger werden uns dafür dankbar sein“, sagte er. Die Geräuschbelästigungen durch Sprengungen seien deutlich deutlich geringer als die beim Einsatz großer Tunnelbohrmaschinen, schilderte der Fachmann gestern.

Auf die Planer kommt auch etwas zu, was sie so wahrscheinlich nicht gewohnt sind: Ein außergewöhnlich großes Interesse der Öffentlichkeit. Zum „Anstich“, also zum offiziellen Beginn des Tunnelbaus, wird ministerieller Besuch erwartet, nach Möglichkeit soll es auch regelmäßige Führungen geben. Wie sagte Bürgermeister Dr. Hollstein gestern so treffend: „Dieses Projekt ist in mehrfacher Hinsicht eine Herausforderung für alle Beteiligten“.

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