"Explosion": Farbe ist so vielseitig

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Anne Schemm vor einem Teil der Bilder, die sie zurzeit im Kunst Werk Altena ausstellt. Seit vielen Jahren ist die Frau aus Passion Malerin und hat schon zahlreiche Ausstellungen über die Burgstadt hinaus bestückt.

Altena - „Explosion“ nennt Anne Schemm ein ausdrucksstarkes Bild, das zurzeit im Kunst Werk an der Lennestraße mit weiteren Werken der Altenaer Künstlerin ausgestellt ist. Explosion steht dafür für eine „Momentaufnahme“, ein Werk, das nach dem Ansehen von TV-Bildern aus dem afghanischen Kriegsgebiet entstand.

„Ich greife immer wieder aktuelle Geschehnisse auf, setze sie dann in Bilder um“, sagt die Frau, die als Damenschneiderin mehr als 40 Jahre in der Modebranche tätig war. Fast 25 Jahre führte sie – Altenaer erinnern sich sicher – mit ihrem Ehemann das Textilhaus Schemm am Ort. Sie sei zeitlebens mit Farben, Formen, Abstraktionen und Kombinationen umgegangen. „Das formt“, sagt Anne Schemm.

1989 wandte sie sich erstmals der Seidenmalerei zu, fertigte exclusive Kleider und Tücher in dieser nicht ganz einfachen Kunstform. Denn: „Farbe als eigenständiges Element auf Naturseide arbeitet weiter, fließt, dringt ein, konturiert sich selbst oder wechselt die Stärke.“ Jahre später ließ sie sich dann künstlerisch „von Grund auf“ ausbilden. Jozsef Rakosi war ihr Lehrer an der Kunstschule Burg-Galerie in Altmannstein. Weitere Fortbildungen, etwa bei Professor Anette Pöllmann in Köln, folgten

Da wurde auch ihre Neugier geweckt, mit anderen Techniken Bilder zu gestalten. Heute arbeitet sie deshalb sowohl Aquarelle auf Seide, malt in Aquarell auf Karton oder Leinwand und fertigt Collagen in Spachteltechnik mit Marmormehl, Sanden und Pigmenten an.

Seit 1998 ist Anne Schemm Dozentin an der Volkshochschule Rahmede und gibt hier hier fundierten Kenntnisse der Seidenmalerei weiter.

Ausgestellt hat die agile Frau mehrfach. Nicht nur in Wiblingwerde, in Altena, in Hagen oder Lüdenscheid, auch in weiteren Städten des Kreises zeigte sie ihre Werke. „Halt, bis hierher und nicht weiter!“ – auch dieses Bild zieht immer wieder Neugierige im Kunst Werk an. „Man muss Augen haben um zu sehen“, sagt Anne Schemm vieldeutig. Es gäbe leider immer wieder Menschen, „die sehen einfach nichts, die blicken an Bildern vorbei“, hat sie festgestellt. Natürlich will sie niemandem ihren Geschmack aufdrängen, aber sie bittet dennoch: „Schauen Sie sich die Bilder an. In Ruhe. Mit Muße. Und finden sie ihre persönliche Deutung.“ - Von Johannes Bonnekoh

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