Anna Shakoor gewinnt den achten Poetry Slam

Anna Shakoor ist in Altena aufgewachsen. Die Jahre haben sie geprägt und ihre Bestandsaufnahme katapultierte sie auf Platz eins.

Altena - „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!“ Aimée Nadler hatte ihren Beitrag zum Poetry Slam mit diesen Worte abgeschlossen und ahnte während ihres Vortrags noch nicht, dass das Publikum für ihre Fabel spontan einen Sonderpreis verlangen würde. Den bekam die jüngste Teilnehmerin dann auch: 15 Euro Zusatztaschengeld brachte ihr die Geschichte „Der Löwe und die Maus“.

Druckreif fürs Märchenbuch formuliert und klar und deutlich vorgetragen - Aimée Nadler war eine Gewinnerin der Herzen beim achten Altenaer Poetry Slam. Dort hinein schoss auch Anna Shakoor. 

Lange war die Slammerin nicht mehr in ihrer früheren Heimat gewesen. Dass die Jahre in der Kleinstadt mit Großfamilie sie geprägt hatten, war ihrem Beitrag anzuhören. „Ich habe gelernt, mich mit meinen Brüdern ums Essen zu streiten“, trug die Siegerin des Abends launig vor. Jene Erfahrungen jenseits von überbehütenden Helikoptereltern haben sie selbstständig gemacht, dafür ist Anna Shakoor dankbar. Sich selbst versorgen zu können ist mehr wert, als der goldene Löffel im Mund - da stimmte ihr das Publikum zu und vergab schon in Runde 1.105 Punkte an die Slammerin. 

Das Publikum – 50 Gäste lauschten am Freitagabend in der Burg Holtzbrinck – hörte Humorvolles, Fesselndes, und Nachdenkliches von Teilnehmern aus allen Altersgruppen und Gesellschaftsschichten. Da war Miriam Rönnecke, die gleichermaßen ernst wie launig über Schwangerschafts- und Geburtserfahrungen berichtete, die vor allem die Mütter im Publikum voll nachvollziehen konnten. Gabi Westervoß’ Stimme überschlug sich nahezu, was ihrer Erzählung über eine spektakuläre Flucht aus der DDR einen besonderen Spannungsbogen verlieh. Sie und Anna Shakoor waren wie Aimée Nadler Debütanten beim Poetry Slam. Nie fehlt Familie Wagner: Ulrike, Berthold und Matthias hatten skurrile, lustige und lebensnahe Szenen vorbereitet, Ulrike Wagner wurde in den Publikumswertungen weitergelotst und landete schließlich auf Platz drei.

Heinrich Gebrande hatte gleich mit seinem ersten Gedicht seiner Trilogie einen Nerv getroffen: Der mit Misstrauen und Vorurteilen belegte Fremde wird zum Lebensretter. Ein guter Denkanstoß, der für Platz 2 reichte. Alle Gewinner erhielten einen Geldbetrag von den Veranstaltern, Jugendförderung und Kulturring, überreicht. Tlako Mokgadi moderierte charmant durch den Abend. Für musikalische Beiträge sorget diesmal nicht er, sondern Nico Koslowski, der sich natürlich bestens in den Reigen Altenaer Talente gut einfügte.

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