Angriffe mit Hammer und Rasierer: Altenaer wollte Lüdenscheider "auf die Rübe" hauen

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Altena – Mehrfach hat ein Altenaer (33) Männer aus Lüdenscheid attackiert, obwohl sie nichts getan zu haben scheinen. Im Prozess geht es nun aber darum, wo der Angeklagte künftig unterkommt.

Nichts deutet im Gerichtssaal darauf hin, dass der 33-jährige Beschuldigte jähzornig auf Mitbürger losgehen und ihnen blutige Wunden zufügen könnte: Ruhig und scheinbar in sich gekehrt sitzt er auf der Anklagebank. 

Nach mehreren Verhandlungsstunden macht sich der Vorsitzende Richter Bernhard Kuchler Sorgen, dass der Bewohner des Kohlberghauses in Altena eingeschlafen sein könnte. Nein, er brauche keine Pause, erklärt er. 

„Haben Sie mal darüber nachgedacht, was passieren kann, wenn Sie jemandem mit einem Hammer auf den Kopf schlagen?“, fragt der Vorsitzende ihn. Die Frage zielt auf den schwersten Vorwurf eines Verfahrens, in dem es um die mögliche Unterbringung des 33-Jährigen in einer geschlossenen Einrichtung geht. Aufgrund einer psychischen Erkrankung gilt er als nicht schuldfähig. 

Gleiches Muster der Taten

Das Muster seiner Übergriffe deutet an, dass er sich von anderen Personen angegriffen fühlt, obwohl diese Wahrnehmung jeder rationalen Grundlage entbehrt. Ein Streit um eine Zigarette soll der blutigen Auseinandersetzung mit einem Mitbewohner im Obdachlosenasyl an der Leifringhauser Straße in Lüdenscheid vorangegangen sein. 

Als dieser in den frühen Morgenstunden des 6. Juni 2017 zum Hausmeister der Einrichtung flüchtete, soll ihn der 33-Jährige mit dem Hammer verfolgt haben. „Auf die Rübe“ habe er ihn treffen wollen, gibt er zu. Sein Mitbewohner habe ihn zuvor in den Rücken getreten. Einiges spricht allerdings dafür, dass der geschlafen hatte. 

„Haben Sie immer einen Hammer dabei, um sich zu schützen?“, fragt der Vorsitzende. „Ja“, bestätigt der 33-Jährige.

Mit Rasierer ins Gesicht geschnitten 

Ein anderes gefährliches Werkzeug kam bei einem Angriff vor dem Kulturhaus in Lüdenscheid zum Einsatz: Nach Dienstschluss kam ein Bühnentechniker aus dem Gebäude. „Er hat unmittelbar auf mich eingetreten und mir einen Schnitt mit einem Langhaarschneider versetzt“, sagt er als Zeuge vor Gericht. 

Zwei Schnittwunden über dem Auge und an der Wange mussten genäht werden. Am gleichen Tag, dem 15. Mai 2017, soll der Beschuldigte auch einen Rollstuhlfahrer in der Nähe des Sterncenters mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. 

Wegen seiner Bewegungseinschränkung hatte der 55-Jährige den Beschuldigten gebeten, eine Zigarettenkippe für ihn wegzuwerfen. Stattdessen habe der 33-Jährige versucht, ihm seinen Rucksack vom Rollstuhl zu klauen. Dann kassierte er einen Faustschlag und eine Platzwunde am Auge. Urteil am Dienstag erwartet „Das ist eine unfreundliche Reaktion auf so eine Bitte“, bemerkte der Vorsitzende. Am Dienstag, 23. Juli, soll – auch auf der Grundlage eines psychiatrischen Gutachtens – das Urteil fallen.

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