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Angreifer richtig abwehren: Schüler lernen Selbstverteidigung

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Von: Jona Wiechowski

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Die richtigen Griffe zur Selbstverteidigung: Hier zeigt gerade Schülerin Jill mit Trainerin Sina Tabea Dahl (re.), was sie gelernt hat.
Die richtigen Griffe zur Selbstverteidigung: Hier zeigt gerade Schülerin Jill mit Trainerin Sina Tabea Dahl (re.), was sie gelernt hat. © Wiechowski, Jona

Sich richtig verteidigen können - wie das geht, lernen Schüler der Hundertwasser-Förderschule in einer AG. Jetzt standen Prüfungen an.

Altena – „Und jetzt richtig laut“, forderte Katrin Heucke die vier Schüler auf, die am Montag zu Kung-Fu-Prüfungen an der Hundertwasser-Förderschule am Nüggelnstück antraten. Sie sollten im richtigen Moment schreien – kurz bevor der Angreifer zupackt, um ihn abzuschrecken. Es war nur eine Übung von vielen, die die Jugendliche unter den Augen der Inhaberin des Asia-Kampfkunstzentrums in Lüdenscheid unter Beweis stellen mussten – mit Erfolg.

Kraft und Ausdauer brauchten die Schüler, dazu mussten sie verschiedene Verteidigungs- und Kampftechniken des Zhangdà-Kung-Fu präsentieren, die sie teilweise über Jahre mit Trainerin Sina Tabea Dahl gelernt hatten. Woche für Woche haben sie sich dafür nach dem Unterricht bei der Kampfsport-AG getroffen, um Tritte und Schläge zu verfeinern und zu üben, wie beispielsweise Angreifer von hinten abgewehrt werden können oder man sich richtig abrollen kann.

Angebot an verschiedenen AGs

Die Kampfsport-AG findet im Rahmen des offenen Ganztagsangebots an der Förderschule statt, das Uwe Jäger als Mitarbeiter der evangelischen Jugendhilfe Iserlohn koordiniert. Die AG-Tage sind montags bis mittwochs – und das Angebot kann sich sehen lassen. Eine Hunde-AG, bei der Schüler den Umgang mit echten Tieren lernen, kommt genauso gut an wie die Handwerk-AG. „Hier können die Schüler sich aussuchen, was sie bauen möchten – aktuell sind es zum Beispiel Insektenhotels“, erklärt Jäger. Gut zehn AGs gebe es, was an den Schulen in der Umgebung ziemlich einzigartig sei.

„Mir macht die AG Spaß und ich möchte mich verteidigen können“, erzählt Leonie, warum sie sich für Kampfsport entschieden hat. Sie machte am Montag erfolgreich ihre dritte Prüfung; Laura, Jill und Quok legten bereits ihre fünfte ab und erhielten dafür die orangene Schärpe.

Auf die richtige Technik kommt’s an – auch bei Tritten, die die Schüler vorführen mussten.
Auf die richtige Technik kommt’s an – auch bei Tritten, die die Schüler vorführen mussten. © Wiechowski, Jona

Jill war bei ihrer vorigen Schule schon in einer solchen Kampfsport-AG. „Das hat mit damals schon gut gefallen“, sagt sie, warum sie dabei geblieben ist. Und: „Es ist nützlich“, ergänzt Laura. Wie lange sie das jetzt schon machen, wusste im Gespräch keiner so genau. „Fünf Jahre – mindestens“, schätzte Heucke, die genau wie ihre Kollegin Dahl stolz auf die Fortschritte der Jugendlichen in den letzten Jahren war. Hier gehe es nicht darum, etwas für den Unterricht zu machen, sondern sich im Ernstfall auf der Straße verteidigen zu können, so Dahl bei der Übergabe der Schärpen und Urkunden.

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